Versicherung & Vorsorge

Riester Rente: Altersvorsorge ohne Zukunft?

Wer nach einer passenden privaten Altersvorsorge sucht, wird an der Riester Rente als eine Variante der privaten Rentenversicherung nicht vorbei kommen. Doch viele fragen sich, ob sich diese Vorsorgeart überhaupt noch lohnt. Anfangs als die Rettung der Rente im Alter gefeiert, lässt die Nachfrage nach der Riester Rente aktuell deutlich nach. Um hier eine Antwort finden zu können, lohnt es sich, die Vorteile und Nachteile ein wenig näher zu betrachten. Denn eine allgemeine Aussage zur Eignung der Riester Rente als Altersvorsorge lässt sich nicht treffen. Zu viele persönliche Voraussetzungen und Bedingungen fließen in diese Entscheidung ein.

Riester Rente: drei Formen der Förderung

Bei der Riester Rente hat der Gesetzgeber drei verschiedene Formen der Förderung vorgesehen. Aus diesem Grund lohnt sie sich wie keine andere Altersvorsorge für viele unterschiedliche Personengruppen. So enthält jeder Sparer eine Grundzulage, wenn er einen Mindestbeitrag pro Jahr anspart. Die Grundzulage beträgt 154 Euro pro Jahr und richtet sich weder nach dem Einkommen, noch nach der Höhe der Ansparungen. Besonders für Geringverdiener sollte diese Grundzulage interessant sein. Haben sie doch hier die Möglichkeit, eine relativ hohe prozentuale Förderung einzustreichen. Und das Jahr für Jahr.

Jährliche Kinderzulage vom Staat

Ein weiterer Vorteil lässt sich für Sparer ausmachen, die Kinder haben. Pro Kind wird bei der Riester Rente eine jährliche Kinderzulage von 185 Euro gewährt. Ist das Kind erst nach 2007 geboren, beträgt die Kinderzulage sogar 300 Euro pro Jahr und Kind. Die Zulage wird so lange bezahlt, wie das Kind auch Anspruch auf staatliches Kindergeld hat. Gerade Alleinerziehenden dürfte diese Zulage sehr zu Gute kommen, da so alle stattlichen Förderungen für die Riester Rente mehr als 50% der gesamten Summe ausmachen können.

Steuerliche Förderung: 2100 Euro pro Jahr zu 100% von Steuer absetzen

Aus diesen Gründen lohnt sich eine Riester Rente in den meisten Fällen. Doch jede noch so glänzende Medaille hat auch eine Kehrseite. Bei der Riester Rente ist diese Kehrseite die Selbständigkeit. Denn wer Selbständig ist, hat keine Chance auf die Riester Rente. Er bekommt keine staatliche Förderung und muss sich demzufolge für seine Altersvorsorge einen anderen Weg aussuchen. Hinzu kommt, dass man auch als Arbeitnehmer recht lange in diese Versicherung einzahlt, im Gegenzug aber nur einen relativ kurzen Zeitraum für die Ausschüttung hat. Denn glaubt man den Statistiken, so beträgt dieser Zeitraum laut Lebenserwartung nur 10 bis 15 Jahre. Und noch ein anderer Wehrmutstropfen drückt ein wenig den Optimismus bezüglich dieser Rentenvorsorge. Die Versicherung, bei der man die Riester Rente abschließt, muss dem Versicherten nur die selbst eingezahlte Summe garantieren. Eine Wertsteigerung ist also nicht per Gesetz gegeben.

Doch trotz alledem kann man vor allen Dingen als Geringverdiener mit Kindern auf die Riester Rente setzen. Denn besonders für diese Bevölkerungsgruppe dürfte es in absehbarer Zeit keine bessere Alternative geben.



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