Finanzen & Recht

Riester-Rente: Wie die Versicherung im Todesfall profitiert

Viele wissen nicht, dass die Riester-Rente im Todesfall kaum an die Hinterbliebenen vererbt werden kann.

Wenn der Besitzer einer Riesterrenten-Versicherung stirbt und die erste Auszahlung bereits stattgefunden hat, bekommt der Versicherer das Geld.

Mittlerweile gibt es jedoch auch private Altersvorsorge-Programme, die sich weiter vererben lassen.

Kunden werden nicht richtig aufgeklärt

Wenn jemand 30 Jahre lang den Höchstbetrag in die Riester-Rente einbezahlt hat und ab dem 67. Lebensjahr in Rente geht, hat er 100.000 Euro in den Vertrag einbezahlt. Stirbt er nur wenige Jahre später, profitiert das Versicherungsunternehmen von dem Restkapital.

Die Hinterbliebenen bekommen in diesem Fall nicht einen Cent des Geldes. Viele Menschen, die eine Riesterrenten-Versicherung abschließen, sind sich darüber nicht bewusst, weil sie nicht richtig aufgeklärt werden.

Riester-Rente ist nur schwer vererbbar

Wenn sich der Todesfall während der Sparphase ereignet, kann das Guthaben inklusive der Zulagen auf einen vorhandenen Ehepartnervertrag übertragen werden, sofern dieser vorhanden ist. Darüber hinaus kann eine Sofortauszahlung beantragt werden.

Abstriche bei der Sofortauszahlung

Wenn die Hinterbliebenen eine Sofortauszahlung der Riester-Rente beantragen, werden alle Zulagen und Steuererstattungen vom Gesamtkapital wieder abgezogen. Zudem ist eine Sofortauszahlung nur dann möglich, wenn der Verstorbene noch in der Sparphase war.

Anders verhält es sich in der Auszahlphase, also wenn die erste Auszahlung bereits stattgefunden hat. In diesem Fall geht das Geld an das Versicherungsunternehmen und die Erben bekommen keinen einzigen Cent vom restlichen Riesterkapital.

Garantiezeiten in Anspruch nehmen

Bei einigen Versicherern ist es möglich, die Riester-Rente mit Garantiezeiten abzuschließen. In diesem Fall wird die Rentenzahlung bis zum Ende der Garantiezeit an die Hinterbliebenen ausgezahlt.

Die Garantiezeit beläuft sich für gewöhnlich auf fünf Jahre. Auf Nachfrage ist jedoch oftmals eine Garantiezeit von bis zu 20 Jahren möglich.

Was passiert im Todesfall mit der Riester-Rente?

Wenn ein Riestersparer im Alter von 72 Jahren stirbt und sich bereits in der Auszahlphase befunden hat, wird die Rente für fünf Jahre an die Hinterbliebenen ausgezahlt, sofern der Rentenvertrag mit einer Garantiezeit von 10 Jahren abgeschlossen wurde. Das Restkapital geht in die Hände des Versicherers über.

Würde der Riestersparer im Alter von 77 Jahren oder später sterben, sehen die Erben nichts von dem Geld.

Dieses Problem betrifft nur Versicherungs-Riester. Bei Riester-Programmen auf Fondsbasis gelten die Vererbungsregeln in der Sparphase. Je nach Versicherungsunternehmen ist die Regelung bis zum 85. Lebensjahr gültig.

Lohnt sich der Wechsel in Riester-Fonds?

Wer befürchtet, dass die Riester-Rente an das Versicherungsunternehmen übergeht, sollte in Erwägung ziehen, in den Riester-Fonds zu wechseln. Schließlich kann der Fonds weiter vererbt werden.

Zudem gibt es hierbei eine gesetzliche Kapitalgarantie, die für alle Kosten gilt.

Altersvorsorge und Rürup ebenfalls schlecht gestellt

Bei der Vererbbarkeit gibt es nicht nur Probleme bei der Riester-Rentenversicherung, sondern auch bei der betrieblichen Altersvorsorge und der Rürup-Rente.

Es empfiehlt sich dementsprechend die Verträge in regelmäßigen Abständen zu überprüfen und gegebenenfalls in eine andere Versicherung zu wechseln. Sonst ist möglicherweise davon auszugehen, dass die Erben leer ausgehen und die Versicherungsunternehmen das Geld einbehalten.



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