Wirtschaft

ROSNEFT und Exxon: Erdölförderung in der Arktis und im Schwarzen Meer

Der russische Ölkonzern ROSNEFT und sein US-amerikanisches Gegenstück Exxon Mobile haben einen Vertrag zur Zusammenarbeit abgeschlossen, der Wert des Abkommens bewertet ROSNEFT mit 3,2 Milliarden Dollar. So soll ein Forschungszentrum für Offshore-Förderung in St. Petersburg betrieben werden, die Erhebung einer gemeinsamen Studie zur Ölförderung in Westsibirien und Joint-Ventures zur Förderung in Russland, den USA und in der ganzen Welt. Daneben wollen beide Ölkonzerne ihre Expertisen und Technologien teilen. Das Abkommen wurde von Rosneft-Präsidenten Eduard Khudainatov und dem Entwicklungschef von Exxon Neil Duffin in Anwesenheit des russischen Premierminister Wladimir Putin unterschrieben.

Insbesondere mögliche Erdölvorkommen im so genannten East Prinovozemelskiy Feld in der Karasee, in der arktischen See, und in der Nähe der Ortschaft Tuapse am Schwarzen Meer wollen beide Unternehmen erforschen und gemeinsam ausbeuten. Rosneft bezeichnet die Gebiete als vielversprechend und bislang als wenig erforscht. Angesichts der Herausforderungen der rauen arktischen See und in Anbetracht der Katastrophe vom Deep Horizont im Golf von Mexiko wollen die Unternehmen die sichersten Förderanlagen der Welt errichten, um eine Ölpest in der empfindlichen Arktis nach Möglichkeit auszuschließen.

Gleichzeitig soll Rosneft die Möglichkeit erhalten Anteile an Erdölförderungen in den USA erhalten zu können. Darüber hinaus werden Studien erstellt um mögliche Erdöllagerstätten in Westsibirien zu erkunden. Ferner soll ein Programm zum gegenseitigen Austausch von Fachkräften erstellt werden, hier erhofft sich Rosneft Einblicke in die Fördermethoden von Exxon. Beide Unternehmen führen schon seit 15 Jahren Gemeinschaftsprojekte, damals wurde das Ölfeld Sachalin-1 im Pazifik gemeinsam erschlossen.

Doch gerade die Erdöl/-gasförderung an der Küste der Insel Sachalin liefert ein schlechtes Beispiel, viele Abschnitte an der Küste sind inzwischen verschmutzt. Die globale Erderwärmung lässt das Eis in der Arktis schmelzen, schneller als die Wissenschaftler einst vorausgesagt hatten. Dadurch wird die region, die bislang nahezu unberührt ist, auch für den Menschen interessant. Zum einem könnten neue Schiffsrouten die Wege der Transportschiffe deutlich verkürzen, auf der anderen Seite rücken die Lagerstätten von Rohstoffen in greifbare Nähe. Doch die Arktis bot vielen Tieren bislang einen Rückzugsraum, weil sie eben wenig von Menschen belästigt wurden. Neben Eisbären, die aufgrund der Schmelze ihren angestammten Lebensraum verlieren, ziehen sich insbesondere Wale in die Arktis zurück. In den nährstoffreichen Gewässern finden Wale eine üppige Mahlzeit vor, hier werden sie in der Regel von Menschen (und ihren Schiffen, die für Wale unerträglich laut sind) in Ruhe gelassen.



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