Politik

Rücktritt Christian Wulff? Mitnichten? Oder doch?

Die Querelen um den unglücklichen Bundespräsidenten Christian Wulff wollen nicht abreißen, da meldet die Rheinische Post, dass sich Bundeskanzlerin Merkel, Horst Seehofer als CSU-Vorsitzender und Phillip Rösler als FDP-Vorsitzender schon geeinigt hätten, sollte sich herausstellen, dass Wulff im Zuge der Kreditaffäre gelogen haben sollte. Die Regierungskoalition würde einen Nachfolger präsentieren, den die Opposition selber nicht ablehnen könnte, womit sich die Hinweise auf Joachim Gauck als möglichen Bundespräsidentschaftskandidaten verdichten, denkbar wären aber auch Katrin Göring-Eckardt (Grüne) oder Klaus Töpfer. Heute um 14 Uhr wollen Aktivisten, die sich zuvor auf Facebook organisierten, dem Bundespräsidenten den Schuh anziehen.

Und weiter wird auf den Bundespräsidenten Wulff eingedroschen, erst die angebliche Kreditaffäre um seinen Hausbau zu Zeiten des Ministerpräsidenten Wulff, dann kostenlos Reisen dank freundschaftlicher Unterstützung, anschließend die Peinlichkeit um seinen Anruf bei der BILD-Redaktion (und die Ansprache auf dem Anrufbeantworter!), Wulff läßt kein Fettnäppchen aus. Doch inzwischen scheinen sich die Medien auf Wulff regelrecht einzuschiessen, nun deckten sie auf, dass Wulff den Hauskauf per Checks tätigte, wahrscheinlich um den Kauf und seine Geldgeber zu verschleiern. Wenn nun der Kredit an sich faul gewesen ist, ist es da verwunderlich, wenn ein Wulff versucht dies zu verbergen?

Sein Auftritt zur besten Sendezeit, gedacht als Befreiungsschlag, entpuppte sich als halbherziger Rechtfertigungsversuch. Ein souveräner Umgang sieht anders aus, klare Worte und ein Schuldbekenntnis, das wollten die Bürger sehen. Doch allem Anschein nach versucht Wulff sich durch die Affäre zu lavieren. Daher nimmt es nicht Wunder, wenn im Hintergrund über eine Zeit nach Wulff angedacht wird, und gut möglich, dass diese Zeiten schneller anbrechen als Wulff lieb sein könnten, Treuebekenntnisse von Bundeskanzlerin Merkel zum Trotz.

Auch wenn scheinbar die Bundestagsfraktionen der Regierungskoalition von einem Plan B bislang nichts wissen wollen oder können, dass im Politzirkus kein alternativer Plan vorhanden wäre, ist nicht denkbar. Normal ist auch, dass Oppositionsführer Sigmar Gabriel scharfe Geschütze auffährt, sein Vorwurf lautet, dass der Bundespräsident „…Maßstäbe für Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit in die falsche Richtung… “ verschieben würde. Stellt sich die Frage, wohin gehört die Glaubwürdigkeit und die Ehrlichkeit hingeschoben? Die Hinweise verdichten sich, dass Wulff sich weiter in seine Geschichten verstricken wird, ein Rücktritt des Bundespräsidenten Wulff ist nicht ausgeschlossen. Doch einen Posten in der Wirtschaft, den bekommt ein Wulff allemal.



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