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Russland: Erst der Meteorit dann Asteroid „2012 DA 14″

Der über dem russischen Ural niedergegangene Meteorit hat mindestens 1000 Menschen verletzt. Weil durch die lokale Komprimierung der Luft eine Druckwelle entstand, gingen zahlreiche Fensterscheiben zu Bruch. Dabei verletzten sich viele Menschen an den Scherben.

In der Stadt Tscheljabinsk tauchte der Meteorit gegen kurz nach neun Uhr am frühen Morgen auf. Weil zahlreiche Autofahrer in ihren Autos zur Aufzeichnung von möglichen Unfallgeschehen Kameras installiert haben, gab es zahlreiche Videoaufnahmen des niedergehenden Meteoriten.

Durch die Druckwelle kam es nicht nur zu zerbrochenen Fensterscheiben sondern auch zu einem Ausfall von Mobilfunk- und Telefonanlagen. Der Verkehr kam teilweise zum Erliegen. Experten gehen davon aus, dass der Meteorit theoretisch mindestens eine Größe von zwei Metern gehabt haben muss.

Sojus-Raketenoberstufe niedergegangen

Fraglich war zunächst, ob es sich nicht möglicherweise um Weltraumschrott gehandelt haben könnte. So war erst in der letzten Woche in einigen Teilen Deutschlands am Abendhimmel eine Sojus-Raketenoberstufe verglüht. Dieses Ereignis war am Abendhimmel aus sichtbar gewesen. Zwischenzeitlich haben jedoch Wissenschaftler Teile des Meteoriten bergen können.

Kein Vorbote von „2012 DA 14″

Insofern ist das Niedergehen des Meteoriten nunmehr gesichert. Offenbar zerbrach der Meteorit in der Luft, sodass zahlreiche Gesteinsbrocken über verschiedene Ortschaften niedergingen und eine entsprechende Druckwelle verursachten. Russlands Präsident Putin beklagte sich derweil darüber, dass das staatliche Meteoriten-Abwehrsystem nicht funktionieren würde.

Dem entgegneten Wissenschaftler, dass Himmelskörper erst ab einer Größe von etwa 45 bis 50 Meter ausfindig gemacht werden könnten. Gegenstände, die darunter liegen würden, lassen sich nur sehr schwer oder gar nicht vorab erkennen. Vermutungen, dass der Einschlag des Meteoriten ein Vorbote des am gleichen Tage die Erde passierenden Asteroiden „2012 DA 14″ sein könnte, haben sich jedoch nicht bestätigt.

Beide Himmelskörper kamen aus unterschiedlichen Richtungen. Der Asteroid hat am Abend die Erde in nur 27000 Kilometern Entfernung passiert.

Wissenschaftler fordern mehr Asteroiden-Forschung

Ein derart nahes Zusammentreffen gab es seit Beginn der modernen Wissenschaft nicht mehr. Wissenschaftler fordern nunmehr die Einrichtung von örtlichen Weltraum-Basen in der Erdumlaufbahn. Ziel ist es, im Notfall durch den gezielten Abschuss von Raketenstufen auf einem verirrten Himmelskörper diesen von seiner Umlaufbahn abzubringen und von der Erde zu entfernen.

Ein bis zweimal jährlich trifft Meteorit der Größe auf die Erde

Das Ereignis vom Freitag in Russland dürfte der diesbezüglichen Wissenschaft nunmehr zahlreiche Argumente an die Hand geben. Allerdings lassen sich die damit verbundenen Kosten derzeit noch nicht beziffern. Wissenschaftler bestätigen jedoch zwischenzeitlich, dass mindestens ein bis zweimal jährlich Himmelskörper mit der Größe des am Freitag nach Russland niedergehenden Meteoriten auf die Erde niedergehen.

Da viele dieser Ereignisse über unbewohnten Gebiet stattfinden, richten diese keine oder nur geringfügige Schäden an. Wäre der gestrige Meteorit theoretisch über eine Metropole wie Berlin oder Hamburg niedergegangen, die Schäden wären um ein Vielfaches größer gewesen als in Russland. Insofern gilt es nun, entsprechende Gegenstrategien zum Schutz vor extraterrestrischen Himmelskörpern zu entwickeln.



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