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Russland und Iran: Handel in Rubel und Rial

Mehrere russische Nachrichtenagenturen berichten einstimmig, dass seit Anfang 2012 der Handel zwischen Russland und dem Iran in den jeweiligen Landeswährungen Rubel und Rial abgewickelt werden. Der Hintergrund ist der, dass im Zuge der Sanktionen gegen Iran (wegen des umstrittenen Atomprogramms) iranische Banken aus dem internationalen Zahlungsverkehr SWIFT ausgeschlossen wurden.

Damit soll der Handel zwischen beiden Staaten nicht mehr in Euro und Dollar erfolgen, so die Nachrichtenagentur Pravda. Ein ausschlaggebender Punkt war auch der Wertverfall des iranischen Rial im Januar, zum Dollar hatte die iranische Währung um ein Drittel verloren.

Auch im Handel mit anderen Staaten muss die iranische Regierung alternative Wege finden, zumal Banken von der US-Justiz bestraft werden, sollten diese mit dem Iran Geschäfte machen. So hatte die iranische Regierung mit Indien neue Zahlungsmodalitäten vereinbart, indem Konten bei indischen Banken für den Handel mit dem Iran eröffnet wurden.

Doch in Russland werden nun auch kritische Stimmen laut, die den ökonomischen Sinn des Handels mit den Landeswährungen anzweifeln. Der Handel kann nämlich nicht ausschließlich in den Landeswährungen erfolgen, wenn ein Land (in diesem Fall Russland) im Grunde nur als Verkäufer auftritt. Makabererweise müsste der Iran die Rubel eigentlich mit Dollar aufkaufen, um russische Firmen bezahlen zu können. Da dies momentan schwierig ist, läuft ein Teil des Handels inzwischen über Kredite. Die Abwicklung des Handels in Rubel und Rial ist mehr eine politische Geste, als ein sinnvoller wirtschaftlicher Vorgang.



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