Konjunktur

Sanktionen Iran: Indien und Iran vereinbaren neue Zahlungsmodalitäten

Im Zuge der Sanktionen gegen Iran haben iranische Vertreter eine neue Zahlungsmodalität zur Begleichung der Ölexporte nach Indien vereinbart. Bislang wurden die Ölrechnungen über die in der Türkei notierte Halkbank abgewickelt, doch die Sanktionen gegen Iran verhindern die weitere Begleichung der Ölrechnung über eben diese Halkbank. Demnach sollen künftig 45 % der zu begleichenden Summen auf indische Konten eingezahlt werden, die der iranische Staat in Indien eröffnen wird.

Indien- wichtiger Abnehmer des iranischen Öls

Die neue Vereinbarung umgeht die internationalen Sanktionen, die gegen den Iran beschlossen wurden, insbesondere die USA und die EU-Staaten haben diese forciert. Indien gilt als wichtiger Abnehmer des iranischen Erdöls, so bezieht Indien 12 % seines Gesamtbedarfs aus dem Iran, täglich sollen 370.000 Barrel nach Indien geliefert werden. Andersherum betragen die Öllieferungen nach Indien 20 % des iranischen Ölexportes, daneben gelten andere asiatischen Staaten (insbesondere China) als Hauptabnehmer. Seit August 2011 wurden die Rechnungen der Exporte nach Indien über die Halkbank abgewickelt, doch die Sanktionen unterbinden diese Art der Zahlungsmodalität, vielmehr käme der Iran an dieses Konto nicht mehr ran. Der iranische Botschafter in Indien, Seyed Nehdi Babizedeh, bestätigte indes die Eröffnung von Bankkonten in Indien, die Abwicklung werde in der indischen Währung erfolgen.

Iran wird künftig über United Commercial Bank bezahlt

Eine Reihe von Bankkonten soll der Iran künftig in Indien eröffnen, doch die Hauptforderungen sollen über die United Commercial Bank of India abgewickelt werden. Nun wird erwartet, dass Iran die indischen Rupien dazu benutzen wird, um Waren und Dienstleistungen aus Indien zu beziehen, insbesondere Maschinen, Stahl und Autoteile sollen künftig per Rupie bezahlt werden. Auch Nahrungsmittel bezieht der Iran aus Indien, nach Berichten soll Iran 1,2 Millionen Tonnen Reis jährlich aus Indien beziehen. Im Zuge der Sanktionen konnten die letzten Rechnungen vom Iran nicht beglichen werden, indische Exporteure sollen bislang Zahlungsausfälle in Höhe von 144 Millionen Dollar erlitten haben.

Iran will seinerseits Handelsembargo beschliessen

Das iranische Parlament scheint inzwischen ein Gesetz vorzubereiten, welches die Ausfuhr und die Einfuhr von Gütern in die USA und in die EU untersagen wird, insbesondere Öl soll nicht mehr nach Europa geliefert werden. Hauptabnehmer des iranischen Öls in Europa sind Italien, Spanien und Griechenland. Insbesondere Griechenland könnte massive Schwierigkeiten bekommen, das Land hat seine Ölschulden bislang gestundet bekommen. Sollte diese Vereinbarung fallen, drohen der angeschlagenen griechischen Wirtschaft ernsthafte Konsequenzen. Ob der Iran angesichts der neuen Zahlungsmodalitäten mit Indien wirklich durch Sanktionen an den Verhandlungstisch gezwungen werden kann, bleibt abzuwarten.



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