Wissenschaft

Schlafmittel weckt Koma-Patienten auf

Ausgerechnet ein Schlafmittel soll Koma-Patienten wieder auferwecken können. Das eigentlich als Schlafmittel vertriebene Medikament Zolpidem soll demnach in der Lage sein, Koma-Partienten bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen aus ihrem Dämmerzustand zu holen. Gibt es nun also Hoffnung für scheinbar aufgegeben Patienten? Forscher warnen jedoch vor zu großer Euphorie.

Nebenwirkung erweckt komatöse Patienten

In den USA wird Zolpidem unter dem Namen Ambien vertrieben. Mehrere Berichte scheinen nun eine Nebenwirkung des Medikamentes zu belegen, diese wirkt jedoch alles andere als einschläfernd. Das Gegenteil ist der Fall. So wird von einem Fall eines 26-jährigen aus Memphis (US-Bundesstaat Tennessee) berichtet, dass dieser immer dann, wenn er Ambien erhält, kurzfristig aus dem Dämmerzustand erwacht. Der 26-jährige Chris Cox war an einer Herz-Lungen-Maschine angeschlossen und überlebte nur dank der Maschine. Nun wird er zu hause gepflegt und reagiert auf Ansprache. Dies wird auf die Wirkung von Zolpidem zurückgeführt, so die Forscher.

Nebenwirkungen: Schlafwandeln und Halluzinationen bei gesunden Menschen

Das australische Fernsehen berichtete kürzlich über einen Mann der 15 Monate im komatösen Zustand verharrte. In Deutschland und Australien wird das Mittel als Stilnox vertrieben. Der Mann konnte nach der Einnahme von Stilnox jeweils wieder einfache Sätze sprechen.
Ähnliche Beobachtungen wurden in Frankreich gemacht. Die Wirkung setze jedoch nur nach der Einnahme des Medikamentes ein, so die Wissenschaftler. Eine der Nebenwirkungen soll Schlafwandeln sein. So sollen Personen ohne sich daran erinnern zu können unter der Wirkung von Zolpidem Auto gefahren sein und um hergelaufen sein. Auch die australische Arzneimittelbehörde berichtete über ähnliche Nebenwirkungen.
Forscher wollen nun genau ergründen was hinter der geheimnisvollen Wirkung des Medikamentes genau steckt, die komatöse Patienten kurzfristig wieder erweckt und gesunde Personen halluzinieren und schlafwandeln lässt. Unbestritten ist jedoch eine positive Wirkung auf hirngeschädigte Areale so die Wissenschaftler. Diese soll nun genauer erforscht werden.



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