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Schlecker: Ehemalige Schlecker-Mitarbeiterin gewinnt Kündigungsschutzklage

Kurz, nachdem bei Schlecker für immer die Lichter ausgegangen sind, hat eine ehemalige Schlecker-Mitarbeiterin erfolgreich gegen ihre Kündigung geklagt. Der Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz will derweil gegen die Kündigungsschutzklage in Berufung gehen. In dem vor dem Arbeitsgericht in Heilbronn verhandelten Fall hatte das Gericht der Mitarbeiterin bestätigt, dass ihre Kündigung von März 2012 unwirksam sei.

Arbeitsgericht Heilbronn: Kündigung war grob fehlerhaft

Das Gericht urteilte, dass die getroffene Sozialauswahl grob fehlerhaft war. Die Klägerin war zuvor Filialleiterin einer Schlecker-Filiale. Von den entlassenen Schlecker-Mitarbeitern zogen insgesamt rund 4500 vor das Arbeitsgericht, um gegen ihre Kündigungen zu klagen. Die Klägerin war insbesondere deshalb vor dem Arbeitsgericht erfolgreich, weil einer anderen Kollegin, die weniger Sozialpunkte aufwies, nicht gekündigt wurde. Das Urteil wurde am 21. Juni 2012 gefällt und trägt das Aktenzeichen 8 Ca 71/12.

Klägerin erhält nun Gehalt seit April rückwirkend

Die Klägerin hat nun Anspruch auf Auszahlung ihrer Gehälter, rückwirkend ab April. Der Insolvenzverwalter will dies jedoch nicht akzeptieren und hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz gab indes den zahlreichen Kündigungsschutzklagen und damit scheinbar auch indirekt den Mitarbeitern die Schuld dafür, dass die Schlecker-XL-Filialen nunmehr ebenfalls in die endgültige Insolvenz getrieben wurden. Der Anspruch auf den Arbeitsplatz gehe nämlich auf einen Investor über. Dadurch sinkt jedoch die Attraktivität der Übernahme für den Investor. Am Mittwoch schlossen auch die letzten Schlecker-Filialen ihre Pforten. Damit verlieren nun auch noch die verbliebenen 13200 Mitarbeiter ihre Arbeitsstellen.



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