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Schlecker: Hälfte der Schlecker-Filialen werden geschlossen, 11750 Mitarbeiter entlassen

Die insolvente Schlecker-Gruppe kann nur durch einen radikalen Kahlschlag gerettet werden, demnach plant Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz die Schließung von 2400 der insgesamt 5400 Filialen in Deutschland und die Entlassung von 11750 Mitarbeitern der 25.000 starken Belegschaft. Nur so könne Schlecker überleben, sagt Geiwitz, die Lage sei dramatischer als vor Wochen noch ersichtlich. Der einstige Marktführer der Drogerieketten in Deutschland musste am 20. Januar in die Insolvenz, schon zuvor war die Schließung von 600 Filialen geplant. Bislang wird der alltägliche Betrieb der insolventen Schlecker-Kette aufrecht gehalten.

Insolvenz Schlecker- neuer Investor gesucht

Um möglichst viel aus der Konkursmasse Schleckers zu retten, sei es notwendig einen Investor zu finden. Um aber einen Investor anlocken zu können, sei es notwendig, dass Schlecker bis April keine roten Zahlen mehr schreibe, so der Insolvenzverwalter weiter. Zu diesem Anlass soll die Schlecker-Tochter Ihr Platz mit rund 660 Filialen von Schlecker getrennt werden und an einen Investor verkauft werden. Zur Frage, ob die Filialen im Ausland zur Rettung von Schlecker verkauft werden sollen, sagte Geiwitz, dass dies nur im Notfall in Frage käme. Neben Filialen in Tschechien und Polen (hier gar als Marktführer), hat Schlecker auch Drogeriemärkte in Frankreich, Spanien und in Italien eröffnet, das Auslandsgeschäft der Schlecker-Gruppe lief zuletzt gut.

Insolvenz Schlecker- Schlecker-Familie soll einbezogen werden

Firmengründer Anton Schlecker führte das Unternehmen als Einzelunternehmen, er musste deswegen die Geschäftszahlen niemals veröffentlichen, doch so könnte die desaströse Lage von Schlecker der Öffentlichkeit verborgen bleiben. Die Insolvenz von Schlecker geht einher mit der Privatinsolvenz der Familie Schlecker. Nach Bekanntgabe der Insolvenz trat Anton Schlecker zurück und überlässt das Geschäft seinen Kindern Lars und Meike. Der Insolvenzverwalter Geiwitz will diese nun in das Insolvenzverfahren mit einbeziehen, doch die Familie Schlecker verfüge nicht über die notwendigen finanziellen Reserven, um die Insolvenz aus eigener Kraft stemmen zu können.

Zukunft von Schlecker- gleicher Name, verdünntes Angebot und günstigere Preise

Das Zukunftskonzept für Schlecker sieht vor, dass die Drogeriekette weiterhin als Nahversorger in den Städten tätig bleiben soll. Ferner sieht die Lage für die so genannten Schlecker XL Filialen nicht gut aus. Es soll zudem kein Namenswechsel vorgenommen werden, es sei schwieriger einen neuen Markennamen zu etablieren, als den vormals schlechten Ruf von Schlecker (Datenklau der Kunden, Behandlung der Mitarbeiter) loszuwerden. Anton Schlecker hätte einfach auf Größe gesetzt und habe es damit versäumt, die Filialen zu modernisieren. Das Angebot in den Schlecker-Filialen soll verdünnt und gleichzeitig verbessert werden, zudem soll Schlecker günstigere Preise anbieten, im harten Preiskampf der Drogerieketten ein schier unmögliches Vorhaben. Die Nachricht der Schließung der Hälfte aller Filialen und die Entlassung von 11750 Mitarbeitern von Schlecker hat die Gewerkschaft Verdi auf falschen Fuß erwischt, sie verlangt einen Bruch mit dem alten Management und der Familie Schlecker.



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