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Schlecker-Insolvenz: Keine Transfergesellschaften für entlassene Mitarbeiter

Im Zuge der Schlecker-Insolvenz müssen die 11.000 entlassenen Mitarbeiter eine herbe Enttäuschung einstecken, die Gründung von so genannten Transfergesellschaften scheitert an der Finanzierung. In diesen sollten die entlassenen Schlecker-Mitarbeiter bei nahezu gleichem Lohn ein Jahr lang auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz tatkräftig unterstützt werden.

Doch nun ist die Finanzierung der Transfergesellschaften, von insgesamt 71 Millionen Euro gescheitert, insbesondere die Weigerung des bayerischen Wirtschaftsministers Martin Zeil (FDP), die Finanzierung der Transfersgesellschaften zu sichern, stößt bei der Opposition auf Kritik.

Schlecker schickt Kündigungen am Donnerstag raus

Nach der Bekanntgabe des Scheiterns der Transfergesellschaften für die ehemaligen Schlecker-Mitarbeiter schickte das insolvente Unternehmen am Donnerstag die Kündigungen raus. Auf der aktualisierten Schliessliste kann man sehr wohl entnehmen, welche Schlecker-Filialen schließen werden, doch nur wenige Schlecker-Mitarbeiter haben im Vorfeld die Nachricht ihrer Entlassung erhalten.

Insolvenzberater Arndt Geiwitz plant, Schlecker in die schwarzen Zahlen zu führen um finanzkräftige Investoren anlocken zu können. Dazu sollen 2000 der 5500 Filialen geschlossen werden, 11.000 der ehemals 25.000 Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit entlassen. Mit dem Scheitern drohen nun Mitarbeitern der soziale Fall.

Insolvenzberater enttäuscht über Scheitern

Insolvenzberater Geiwitz zeigte sich enttäuscht angesichts des Scheiterns der Transfergesellschaften. Die Erhöhung der zugesagten Bürgschaft seitens Baden-Württembergs hätte zur Folge gehabt, dass kein anderes Bundesland höhere Bürgschaften übernehmen musste, als im Vorfeld eigentlich zugesagt wurde. Er bedankte sich insbesondere beim baden-württembergischen Wirtschaftsminister Nils Schmid, der sich enorm in Zeug gelegt hatte, um die anderen Bundesländer von der Finanzierung zu überzeugen.

Die FDP bleibt bei ihrem Nein bedacht auf Wahlkampf-Modus, denn eine andere Haltung hätte ihrer Glaunwürdigkeit geschadet. Schon bei staatlichen Hilfen für Opel argumentierten die Liberalen, dass man die Rettung von Arbeitsplätzen nicht dem Staat anlasten müsste, vielmehr müsse der Markt dies selber regulieren. Der Verweis der Liberalen, dass die entlassenen Mitarbeiter über die Arbeitsagenturen in neue Beschäftigungsverhältnisse überführt werden könnten, wollen die Grünen und die SPD, insbesondere aus Baden-Württemberg, nicht gelten lassen.

Das Scheitern der Transfergesellschaften liegt also letztlich nicht am fehlenden Geld, sondern am politischen Willen der politischen Akteure, die entlassenen Schlecker-Mitarbeiter tragen die Konsequenzen.



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