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Schlecker Insolvenz: Teilerfolg für Verdi- weniger Jobs werden gestrichen

Die insolvente Drogerie-Kette Schlecker wird weniger Stellen streichen und weniger Filialen schließen als bislang angekündigt, darauf haben sich die Vertreter der Gewerkschaft Verdi mit dem Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz und seinem Team nach Verhandlungen am Sonntag einigen können, damit hat Verdi einen Teilerfolg um die Sicherung der Arbeitsplätze bei Schlecker erzielen können. Genaue Ergebnisse werden in den kommenden zwei Tage erwartet, am Dienstag sollen dann konkrete Zahlen genannt werden. Bei der Bekanntgabe der so genannten Schlecker-Schliessliste hatte Insolvenzberater Geiwitz von der Schließung von 2400 der einst 5500 Filialen und die Entlassung von mindestens 11.750 Mitarbeitern gesprochen, nun scheinen 200 Filialen von der Schließung ausgenommen zu sein. Geiwitz plant die Drogeriekette Schlecker wieder in die schwarze Zahlen zu bringen und neue Investoren ins Unternehmen zu holen um einen Großteil der Mitarbeiter weiter beschäftigen zu können.

Transfergesellschaft für die Entlassenen- Bürgen gesucht

Die Gewerkschaft Verdi fordert vehement die Gründung einer so genannten Transfergesellschaft, die die Entlassenen auffangen sollen. Innerhalb dieser sollen die entlassenen Mitarbeiter von Schlecker ein Jahr lang auf ein neues Berufsleben vorbereitet werden. Zur Finanzierung dieser Transgergesellschaft soll ein Kredit von der KfW-Bank in Höhe von 71 Millionen Euro genommen werden. Der Bund, der bei solchen Krediten üblicherweise die Bürgschaft übernimmt, weigert sich diese Rolle zu übernehmen und verweist eher auf die Pflicht des Bundeslandes Baden-Württemberg. Erst vor kurzem hätten sich Bund und Länder darauf geeinigt, dass der Bund erst ab einer Höhe von einer Milliarde Euro die Bürgschaft für solche Kredite übernehmen soll. Zum heutigen Tag hat Bundeswirtschaftsminister Rösler (FDP) die Vertreter des Landes zu konkreten Verhandlungen nach Berlin eingeladen, hier soll es auch um die Finanzierung der Transfergesellschaft gehen. Der genaue Sozialplan, also wie viele Mitarbeiter endgültig aus dem Betrieb ausscheiden werden, soll am Dienstag bekannt gegeben werden. Ob Abfindungen für die Entlassenen ausgezahlt werden, ist bislang unklar. Noch seien keine konkreten Kündigungen ausgesprochen worden, wiewohl einzelne Mitarbeiter von einer Benachrichtigung ihres Betriebrates über die Kündigung auf dem firmeneigenen Blog berichteten.

Neustart Schlecker: bessere Konditionen für Mitarbeiter und Imagewandel

Nach Aussage von Bernhard Franke, seines Zeichens Verhandlungsführer der Verdi für die Schlecker-Mitarbeiter, werde es beim Neustart von Schlecker wesentliche Veränderungen geben, insbesondere die Konditionen für die verbleibenden Schlecker-Mitarbeiter sollen verbessert werden. Die Schlecker-Gruppe geriet in Vergangenheit oftmals in die Kritik, weil zuweilen Löhne und Gehälter untertariflich ausbezahlt wurden, oder die Filialen dauerhaft unterbesetzt waren (was dazu führte, dass viele Schlecker-Filialen überfallen wurden, was die Sicherheit der Mitarbeiter gefährdete). So soll die Leiharbeit bei Schlecker ausgedünnt werden. Betriebsratsberater Rüdiger Helm sagte in einem Interview hierzu, dass Schlecker „insolvent geworden (ist) wegen unethischen Verhaltens.“ Ein Imagewandel sei Bedingung dafür, um das Vertrauen der Kunden wieder zu gewinnen.

Arbeitsagentur signalisiert Zahlung von Transferkurzarbeitergeld

Das Bundesarbeitsministerium hat signalisieren lassen, bei der Gründung der Transfergesellschaften mitwirken zu wollen, indem die angeschlossenen Arbeitsagenturen das so genannte Transferkurzarbeitergeld hinzuschiessen würden. Damit würde der Ersatzlohn in der Transfergesellschaft aufgebessert werden, die Finanzierung der Transfergesellschaft gleichzeitig vereinfacht. Der ambitionierte Zeitplan von Insolvenzberater Geiwitz sieht vor, bis Ende Mai mit der Insolvenzabwicklung fertig zu werden, dazu soll Schlecker bis Anfang April wieder profitabel gemacht werden und neue Investoren in das bisherige Familienunternehmen Schlecker gelockt werden. Der Verkauf der profitablen Auslandsgeschäfte von Schlecker soll nach Möglichkeit vermeiden werden. Trotz der Tatsache, dass Verdi in den Verhandlungen einen Teilerfolg erzielen konnte und damit weniger Jobs bei Schlecker gestrichen werden, viele Mitarbeiter bei Schlecker bleiben immer noch verunsichert.

 

 



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