Konjunktur

Schlecker: Land bietet Bürgschaftslösung an

Baden-Württemberg bietet der insolventen Schlecken-Drogeriemarktkette eine Bürgschaftslösung an. Dies gilt für den Fall, dass ein Investor ein tragfähiges Konzept vorlegt. Dies sagte jetzt der baden-württembergische Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid (SPD). Hilfskredite schloss Schmid allerdings aus.

Schlecker: 6 Millionen Kunden verloren

FDP-Fraktionsführer Hans Ulrich Rülke kritisierte indes die Bereitschaft des Landes. Gemäß der FDP-Sichtweise, dass der Markt sich selber regelt, lehnt die FDP eine Bürgschaftslösung ab. Zwischenzeitlich legte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) eine Analyse vor, nach der Schlecker in den vergangenen fünf Jahren rund sechs Millionen Kunden verloren hat. Allein im letzten Jahr betrug die Kundenabwanderung rund 2 Millionen, so die GfK. Etwa 40 Prozent der bisherigen Schlecker-Umsätze wanderten indes direkt zu Konkurrenten wie DM oder Rossmann.

Experten: Label in „Ihr Platz“ändern

Experten raten Schlecker zwischenzeitlich dazu, den Namen der Kette „Ihr Platz“ zukünftig zu verwenden und den Namen Schlecker nicht mehr zu nutzen. Begründet wird dies mit dem Negativimage welches Schlecker anhaftet. Insbesondere Dumpinglöhne und schlechte Arbeitsbedingungen bleiben den Kunden in Erinnerung, so die Konsumforscher weiter. Schlecker selbst versucht indes sich weiter zu restrukturieren. Zwischenzeitlich haben insbesondere die Kinder von Anton Schlecker weitestgehend das Ruder übernommen. Ob der Neustart gelingt, hängt wohl neben der Investoren-Frage davon ab, ob und inwieweit Schlecker das Negativimage ablegen kann. In jedem Fall dürften die kleinen und engen Schlecker-Läden wohl endgültig der Vergangenheit angehören. Experten sehen derweil die Art und Aufmachung der Schlecker-Ladenlokale als Teil des Problems.



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