Wirtschaft

Schlecker pleite: Schlecker beantragt Insolvenz

Die größte Drogeriekette in Deutschland, Schlecker, ist pleite und muss in die Insolvenz, Ziel dieser Insolvenz sei es einen Großteil der Drogeriekette zu retten. Schon in den vergangenen Tagen verkündete der Schlecker-Konzern ein rigides Sparprogramm, da hieß es noch, dass bis zu 600 Filialen geschlossen werden sollten. Nun ist Schlecker zahlungsunfähig, betroffen sind 47.000 Mitarbeiter in Deutschland und im Ausland. Die Drogeriekette wurde 1975 von Anton Schlecker gegründet, in Deutschland zählt Schlecker 6000 Filialen, weitere 3000 Filialen wurden in Österreich, Spanien, Frankreich, Italien, Tschechien und Polen eröffnet.

Als Einzelunternehmen muss Schlecker die Geschäftszahlen nicht veröffentlichen, sicher ist nur, dass die vergangenen zwei Geschäftsjahre wenig erfolgreich verliefen und Schlecker rutschte in die roten Zahlen. Das Sparprogramm scheint zu spät beschlossen worden zu sein, nun hat der Konzern den Weg der Insolvenz gewählt.

Schlecker- seit 1994 Marktführer in Deutschland

Anton Schlecker, Sohn eines Fleischfabrikanten, eröffnete das erste Kaufhaus Schleckerland 1967 in Ehringen. 1975 eröffnete er die erste Drogerie, zwei Jahre später hatte er schon über 100 Filialen eröffnet. In den späten 80 ern fing Schlecker an, auch im Ausland Filialen zu eröffnen, zuerst in den Niederlanden, dann in Frankreich mit dem Aufkauf der Drogeriekette Superdrug. Nach und nach expandierte Schlecker anschließend in Italien, Polen, Dänemark, Tschechien, Ungarn und Portugal, insbesondere die Ableger in Polen und Tschechien brachten den Schlecker-Konzern nach vorne. Nach eigenen Aussagen sei Schlecker die größte Drogeriekette in Europa gewesen. Dazu trug auch sicherlich der Aufkauf der Drogeriekette Ihr Platz bei, dafür bezahlte Schlecker 2007 150 Millionen Euro.

Schlecker- ab 2010 Niedergang des einstigen Marktführers

Schon ab 2010 zeichnete sich für den Schlecker-Konzern der Niedergang ab, nach desolaten Geschäftszahlen aus 2009 gab man bekannt, 500 Filialen schließen zu wollen. Doch auch abseits der Geschäftszahlen kam schlechte Publicity auf, so führte ein Datenleck, welches nach Aussage von Schlecker nicht eigenschuldlich zu verantworten sei, über 150.000 Daten von Schlecker-Kunden in den Umlauf. Auch in Bezug auf Arbeitnehmerrechte wurde Kritik laut, es kam heraus, dass Schlecker deutlich unter dem durchschnittlichen Lohn bezahlte, zudem wäre die Arbeit von Betriebsräten deutlich beschnitten worden, so der Vorwurf. So ist Schlecker nicht umsonst das Lieblingsziel von Überfällen gewesen, meist saß in der Filiale nur eine einzige Kraft. Auch die Umstrukturierung der Schlecker-Märkte in die so genannten Schlecker XL, als die Mitarbeiter unter deutlich schlechteren Konditionen weiterbeschäftigt wurden, stieß auf die Kritik der Gewerkschaften. Auch der massive Einsatz von Leiharbeitern stieß auf wenig Gegenliebe.

Schlecker pleite- Zukunft der Mitarbeiter ungewiss

Ziel des Insolvenzverfahrens sei die Sicherung möglichst vieler Filialen und Mitarbeiter, doch die Zukunft ist noch ungewiss, zumal keine genaueren Pläne bislang bekannt sind. Für Kunden wird sich vorerst nicht viel ändern, der Geschäftsbetrieb soll ganz normal weiter laufen. Nach der Bekanntgabe der Pleite von Schlecker äußerte sich Dirk Roßmann, Begründer der Drogeriekette Roßmann, für ihn sei die Pleite von Schlecker nicht überraschend. Die gesamte Branche leide unter rückläufigen Verkaufszahlen. Die Zukunft von Schlecker ist bislang ungewiss, noch muss das Insolvenzverfahren von Schlecker eingeleitet werden.

 

 



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