Gesellschaft

Schleswig-Holstein macht Schluss mit Glücksspielstaatsvertrag

Die schwarz-gelbe Regierungskoalition in Schleswig-Holstein löst eines ihrer Wahlversprechen ein, sie will aus dem Glücksspielstaatsvertrag aussteigen. Künftig sollen private Wettanbieter ihre Dienste im nördlichsten Bundesland frei anbieten dürfen, ab dem 1. März nächsten Jahres sollen entsprechende Lizenzen erteilt werden. Mit diesem Schritt möchte die Landesregierung die illegalen Auswüchse am dem Wettmarkt trocken legen, gleichzeitig sollen sich selbstverständlich die Staatskassen füllen. Bei der Erteilung der Lizenzen wird das Bundesland mit 20 % beteiligt werden, laut Auskunft der Landesregierung seien über 40 Firmen aus dem Aus- wie dem Inland interessiert.

Nach Vermutungen weist der staatliche Monopolanbieter Oddset nur einen geringen Marktanteil an den wirklich abgeschlossenen Wetten auf. Der Glücksspielstaatsvertrag soll helfen Spielsucht zu vermeiden, er untersagt auch unter anderem das Betreiben von Online-Wetten. Auch dieses Verbot soll künftig in Schleswig-Holstein fallen, auch so genannte Live-Wetten sollen Online möglich sein. Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom vom September 2010 bestätigt die liberale Praxis der Landesregierung.

Auch andere Bundesländer rütteln am Glücksspielstaatsvertrag, so sieht ein gemeinsamer Neuentwurf die Aufhebung des Verbots der Staatslotterie im Internet vor. Auch private Anbieter sollen am Wettmarkt teilnehmen dürfen. Doch die Regierung in Schleswig-Holstein hatte schon in der Koalitionsvereinbarung zur Not einen Alleingang angekündigt, der Vorstoß aus dem Norden könnte den Auftakt der Aushebelung des Glücksspielstaatsvertrages bedeuten. Schon freuen sich Fußballvereine auf Mehreinnahmen, vor dem Wettverbot für Wettanbieter hatten diese als Trikotsponsor Geldeinnahmen für die Vereine generiert. Ob man der Verbreitung der Spielsucht mit einer Prohibition von Wetten oder deren Legalisierung begegnet, bleibt eine Frage, deren Beantwortung die Wettanbieter schuldig bleiben.



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