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Schumachers aktueller Zustand: Folgen des Schädel-Hirn-Trauma

Seit Tagen halten die zuständigen Ärzte den schwer verletzten Michael Schumacher im Schutz des künstlichen Komas.

An der Länge dieser Maßnahme sei nach Aussage des Neurochirurgen Kay Mursch (Zentralklinik in Bad Berka im Weimarer Land) nichts Ungewöhnliches bei solchen schweren Verletzungen.

„Schumi“ aktueller Zustand ist weiter stabil, jedoch weiter besorgniserregend. Auch sind die Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas vielfältig.

Weitere Prognosen zu Schumachers Zustand erst mit „Wachwerden“

Im sonst üblichen Verlauf lässt man Patienten nach sieben bis zehn Tagen langsam wieder wach werden. Erst danach können überhaupt Aussagen darüber getroffen werden, ob sich er Verletzte tatsächlich wieder stabilisiert hat.

Bei einem so gravierenden „Hochgeschwindigkeitstrauma“ wie Michael Schumacher es am 30. Dezember bei seinem schweren Sturz erlitten hat, sind oft mehrere unterschiedliche Verletzungen parallel beteiligt.

Diese Dinge können sich auf das spätere Denkvermögen oder auch auf motorische Fertigkeiten des Verunglückten auswirken. Die Blutergüsse im Gehirn sind in der Lage, gefährliche Schwellungen zu erzeugen. Es können auch Blutungen außerhalb des Gehirns auftreten, wenn in der Hirnhaut Blutgefäße reißen sollten.

„Schumis“ aktueller Zustand weiter „Kritisch aber stabil“

Die Formel 1 Ikone ist der beste Pilot, den die Geschichte dieses Sports bis dato gesehen hat. Er wurde in diesen Tagen 45 Jahre. Doch an „erlösende Nachrichten“ über einen verbesserten Zustand ist offensichtlich noch nicht zu denken.

An dem Status „Kritisch, aber stabil“ halten Ärzte und Management noch immer fest, wobei die Lebensgefahr nicht mehr unmittelbar bestehen soll. Unter dem Strich steht dabei die einfache und doch dramatische Botschaft, dass Michael Schumacher weiter um seine Genesung ringt.

Spezialbehandlung für Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma

In der Neurochirurgie gibt es keine Garantien dafür, dass die eingeleiteten Maßnahmen auch zum Erfolg führen, sagt der Mediziner Kay Mursch. Das liegt auch mit an der Tatsache, dass niemand wissen kann, ob während der Therapie nicht noch weitere Schädigungen am Gehirn auftreten.

In „Schumis“ Klinik, der Zentralklinik von Bad Berka, gehört die Behandlung schwerer Schädel-Hirn-Traumata längst zum medizinischen Alltag. Für solche intensivmedizinische Behandlungen, wie Michael Schumacher sie bekommt, stehen hier 40 Betten zur Verfügung.

Häufigste Ursachen für Schädel-Hirn-Trauma

Sportverletzungen, wie Michael Schumacher sie erlitten hat, sind dabei nicht einmal die häufigste Ursache für diese Folgen. Dazu gehören zum Beispiel auch Unfälle mit dem Pkw. Selbst Arbeitsunfälle oder das Radfahren können die Ursache für Verletzungen dieser Art sein.

Die Frage nach dem Helm ist dabei noch ein ganz anderes Problem. Die weitaus häufigsten Auslöser sind Stürze unter Alkoholeinfluss, Sport- und Autounfälle. Aber auch die nachtaktiven Schlafwandler stehen praktisch dauerhaft in dieser Gefahr.

Erste Hilfe bei Schädel-Hirn-Trauma

Um Unfälle wie diesen zu erleiden, muss man nicht mit 60 Stundenkilometern gegen einen Fels prallen, wie das bei Schumacher der Fall war. Dazu „reicht“ schon ein unglücklicher Sturz auf der häuslichen Treppe, stellt Kay Mursch fest.

Bei Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma sollten die Helfer allerdings immer daran denken, dass selbstverständlich auch die Wirbelsäule mit verletzt sein kann. Vor allem aus diesem Grund darf der Kopf des Verletzten nicht bewegt werden, bis der Notarzt eingetroffen ist. So lautet der wichtige Rat des Neurochirurgen.

Weitere Sportler mit Schädel-Hirn-Trauma

Schumacher ist mit seiner Situation nicht allein. Es gab andere Spitzensportler vor ihm, die ein schweres Schädel-Hirn-Traume erlitten haben. Dazu zahlt der legendäre Joachim Deckarm, der 131 Tage im Koma lag und seither der Pflege bedarf.

Der Skirennfahrer Hans Grugge erlitt einen dramatischen Sturz erlitt. Auch der Skifahrer Daniel Albrecht lag nach seinem seinem Sturz drei Wochen im Koma.

Ein Kollege Schumachers, Kimi Raikkoenen, lag ebenfalls nach einem Rennunfall im Koma und leidet heute noch an einer einseitigen Gesichtslähmung und einer Schwerhörigkeit auf dem betroffenen Ohr.



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