Finanzen & Recht

Seltene Erden: EU, USA und Japan bringen China vor WTO-Gericht

Der Streit um die so genannten Seltenen Erden eskaliert, nun wollen die EU, USA und Japan China vor das Gericht der WTO bringen. Der Hintergrund: China schränkt den Export der Seltenen Erden ein und bedrohe damit die Handelsinteressen der anderen Nationen. Dies wäre der erste gemeinsame Schritt der EU, USA und Japan vor dem WTO-Schiedsgericht. 95 % der weltweiten Produktion der Seltenen Erden werden in China generiert, dabei kommen Seltenen Erden weltweit vor, doch der Abbau und die Aufbereitung sind immens kostenpflichtig.

China begründet Exportbeschränkung mit Umweltschäden

Die Regierung in Bejing begründet den Schritt zur Beschränkung des Exports unter anderem mit den Umweltschäden, die im Zuge des Abbaus der Seltenen Erden auftreten. Deswegen gab sich der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Liu Weimin, auch sicher, dass die Exportbeschränkung voll auf der Linie der Welthandelsorganisation WTO liege. Demnach werde China weiterhin den Export der Seltenen Erden stabil halten, und man richte sich streng an die Vorgaben der WTO. Die Befürchtungen aus der EU, USA und Japan gehen dahingehend, dass durch die Beschränkung der Preis für Seltene Erden hochgetrieben werde, gleichzeitig würden Produzenten in China weiterhin von niedrigen preisen profitieren und somit unerlaubt Handelsvorteile gewährt bekommen.

Seltene Erden wichtig für Elektronikgeräte

Die 17 verschiedenen Sorten der Seltenen Erden werden vor allem für die Produktion von High-Tech Elektronikgeräten benötigt. Die Gewinnung der Metalle, denn solche sind die Seltenen Erden trotz irreführender Namensgebung, geschieht meistens über die Lösung der Bestandteile über Laugen und Säuren. Übrig bleibt eine große menge an Giftschlamm. Verwendung finden die Seltenen Erden beispielsweise in Brennstoffzellen (Scandium),  in LCD-Bildschirmen (Yttrium), LED (Europium) und in der Medizintechnik (Holmium, Erbium usw.). Allesamt Hochtechnologien, die auf die Verwendung der Seltenen Erden angewiesen sind. Demnach könnte durch den gedrosselten Export die Entwicklung der Hochtechnologien in China begünstigt werden, was andere Staaten nun den fall vor das WTO-Gericht bringen lässt. Auch in Deutschland sind Seltene Erden in Sachsen bei Delitzsch vorhanden, andere große Vorkommen werden in Grönland, Australien, Kanada, USA und in Vietnam vermutet. Doch bislang sind diese Gebiete wenig bis gar nicht erschlossen, auch weil neben den Umweltschäden die Prozedur zur Gewinnung der Seltenen Erden kosten- und arbeitsintensiv ist.

USA- vor 20 Jahren Produktion von Seltenen Erden nahezu eingestellt

In den USA wurde die Gewinnung und die Produktion der Seltenen Erden nahezu eingestellt, stattdessen setzte die dortige Industrie auf den Einsatz dieser Metalle. Bis dahin waren die USA das Hauptförderland für Seltene Erden. Im Zuge dessen konnte China die Forschung zur Gewinnung der Seltenen Erden ungestört und nahezu ohne Konkurrenz fortsetzen. Durch das wachsende Begehren der produzierenden Elektroindustrie werden weltweit längst stillgelegte Minen wieder eröffnet, so das mittelfristig sich die Versorgungslage wird entspannen können. Noch ist nicht einzuschätzen, wie das WTO-Gericht über die Klage der EU, USA und Japan über den Streitpunkt der Seltenen Erden entscheiden wird, der Streit um Seltene Erden wird vorerst aufrecht erhalten.



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