Gesundheit

Senioren-Assistent – Neues Berufsbild soll Pflegekräfte entlasten

Angesichts eines immer weiter um sich greifenden Pflegenotstandes stellt sich zunehmend die Frage, wie alte Menschen zukünftig versorgt werden sollen. Begriffe wie demographischer Wandel, oder überalterte Gesellschaft bezeugen von der in der Mitte der Gesellschaft angekommenen Bedrohungen für zukünftige Generation. Nahezu jeder alte Mensch möchte in seiner Wohnung verbleiben.

Weil jedoch die normale Versorgung oftmals nicht gegeben ist und Angehörige sich entweder nicht kümmern oder nicht vorhanden sind, werden viele alte Menschen in Pflegeheime verbracht. Die dortige Situation ist jedoch alles andere als optimal. Immer mehr Pflegebedürftigen stehen immer weniger ausgebildete Fachkräfte gegenüber. Um alte Menschen auch zukünftig zuhause betreuen zu können, wurde der neue Beruf des Senioren-Assistenten ins Leben gerufen.

Vielfältiges Aufgabengebiet

Hierbei handelt es sich um Betreuungspersonen, die alte Menschen zuhause betreuen, die ihren Alltag nicht mehr gänzlich alleine meistern können. Die Senioren-Assistenten kümmern sich um die Sauberkeit in der Wohnung, sie kaufen mit den zu betreuenden Senioren ein oder beraten sie.

Auch die Begleitung zum Arzt gehört zu ihrem Aufgabenbereich. Daneben gilt es, die alten Menschen geistig zu fordern und sie insofern am gemeinschaftlichen Leben teilhaben lassen zu können. Neben Übungen für die geistige Vitalität gehören auch solche für die physiologische Ebene zum Aufgabenbereich der Senioren-Assistenten.

Auch Angehörige profitieren

Die Senioren-Assistenten sind nach erfolgter Ausbildung in aller Regel selbstständig. Im Umfang von etwa 5-8 Stunden in der Woche kümmern Sie sich um die im Bereich der Pflege benannten Aktivitäten des täglichen Lebens, die nicht in den Aufgabenbereich ausgebildeter Pflegefachkräfte oder Pflegehelfer gehören. Neben den betreuten Senioren selbst, profitieren auch Angehörige durch die Tätigkeit der Senioren-Assistenten. So findet eine Entlastung der Angehörigen statt, die diesen mehr Freiräume und damit mehr Kraft für die übrige Betreuungszeit ermöglicht.

Individualität für die Senioren bleibt erhalten

Ute Büchmann, Anbieterin einer entsprechenden Seminarreihe für angehende Senioren-Assistenten aus Schwentinental in Schleswig-Holstein, weist denn auch darauf hin, dass die Senioren-Assistenten nicht teurer sind als das Wohnen in einer entsprechenden betreuten Einrichtung. So kostet eine Betreuung bei einem Bedarf von fünf Stunden wöchentlich zwischen 330 und 430 Euro im Monat.

Hilfe auch für examinierte Pflegefachkräfte

Der Vorteil gegenüber der betreuten Einrichtung liegt jedoch darin, dass das gewohnte Umfeld erhalten bleibt und dass somit nicht nur die Individualität des betreuten Seniors im Vordergrund steht, sondern auch die weitere aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Insbesondere für examinierte Pflegekräfte, die in der häuslichen Krankenpflege tätig sind, können die Senioren-Assistenten eine aktive Bereicherung sein. Dies gilt insbesondere für den Bereich der „Krankenbeobachtung.“ Da die Senioren-Assistenten einen längeren Zeitabschnitt mit den Senioren verbringen, können diese wertvolle Informationen an das Pflegepersonal weitergeben. Letztlich können die Senioren-Assistenten Qualität der Betreuung und auch der Pflege insgesamt verbessern.



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.