Finanzen & Recht

SEPA Lastschrift & Überweisung: IBAN & BIC statt BLZ

Mit der SEPA Umstellung in 2014 müssen sich sowohl Verbraucher als auch Unternehmen auf eine neue Art der Zahlungsweise bzw. Bank-Überweisung einstellen. Das bisherige Lastschriftverfahren ändert sich europaweit.

IBAN und BIC treten an die Stelle der bisherigen Kontonummer und Bankleitzahl. Wann genau tritt die SEPA Umstellung in Kraft und was müssen verbraucher und Unternehmen beim Zahlungsverkehr zukünftig beachten? Hier alle wichtigen Informationen im Detail.

Zum Jahreswechsel gibt es auch dieses Mal wieder einige Neuerungen und daher auch so manches zu beachten. Vor allem im Bankverkehr müssen sich Kunden nun an etwas gewöhnen, das von Privatkunden bislang nur in Ausnahmefällen benötigt wurde. Die Rede ist von der SEPA-Überweisung. Aber auch für Unternehmen bringt die SEPA-Umstellung Neues mit sich.

Was ist die SEPA-Überweisung?

SEPA ist eine Abkürzung und steht für Single Euro Payments Area, zu deutsch: Einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum. Dies bedeutet zugleich, dass SEPA künftig in der gesamten Europäischen Union eine wichtige Rolle spielen wird und alle Überweisungen und Lastschriften nach dem SEPA-Verfahren durchgeführt werden müssen.

Manch einem dürfte die SEPA-Überweisung dennoch nicht ganz fremd sein. Bislang wurde diese bereits schon für den internationalen Zahlungsverkehr eingesetzt und diente damit als kostenlose beziehungsweise kostengünstige Alternative zur Auslandsüberweisung innerhalb der Europäischen Union.

SEPA soll den bargeldlosen Transfer auf internationaler Ebene vereinfachen und zudem zur Vereinheitlichung des Bankensystems innerhalb der EU beitragen. Zahlen kann man hiermit in den 28 EU-Mitgliedsstaaten, sowie in Island, Liechtenstein, der Schweiz, Monaco und in Norwegen. Der zu überweisende Betrag muss in Euro angegeben werden.

Fristen bei der SEPA-Umstellung

Das SEPA-Verfahren greift ab dem 1. Februar 2014 ( wir berichteten ). Das bedeutet, dass Überweisungs- und Lastschriftverkehr dann nur noch per SEPA-Verfahren abgewickelt und die bisherigen Überweisungsformulare von den neuen SEPA-Formularen abgelöst werden. Für Unternehmen gilt dann schon die IBAN-Pflicht, während Privatpersonen auch weiterhin noch ihre alte Kontonummer angeben dürfen.

Ab dem 1. Februar 2014 werden zudem Kontoauszüge in einem neuen Format geliefert und Konten müssen mit der Möglichkeit ausgestattet sein, hinsichtlich verschiedener Optionen für Lastschriften gesperrt werden zu können.

Ab dem 1. Februar 2016 stehen weitere Veränderungen an. Ab diesem Zeitpunkt werden auch Privatpersonen die IBAN statt Kontonummer nutzen müssen, wenn sie nationale Überweisungen tätigen. Im Jahr 2016 sollte man sich außerdem den 31. Oktober vormerken, den Tag, ab dem auch Überweisungen für am SEPA-Verfahren teilnehmende Nicht-Euroländer nicht mehr mit nationalen Überweisungsformularen und Lastschriftverfahren abgewickelt werden können.

Wie sieht eine SEPA-Überweisung aus?

Ein SEPA-Überweisungsformular weicht logischerweise in einigen Punkten von dem bisherigen Überweisungsformular ab, ist aber auch nicht unbedingt die Neuerfindung des Rades.

Die wichtigsten Elemente neben dem zu überweisenden Betrag und dem Kontoinhaber nennen sich IBAN und BIC. Diese listeten viele Unternehmen bislang schon in ihren Rechnungsdaten auf, als Privatperson beachtete man diese bis dato aber oftmals auf Grund der fehlenden Relevanz nicht. Nun sollte der erste Blick beim Ausfüllen eines Überweisungsformulars jedoch genau auf diese Zahlen fallen, die IBAN und den BIC.

Was ist die IBAN?

Die IBAN ist die wichtigste Nummer im neuen Zahlungssystem. IBAN steht für International Bank Account Number, übersetzt also die internationale Bankkontonummer. Dem entsprechend stellt die IBAN die neue Kontonummer dar, mit der sich jeder Verbraucher nun vertraut machen muss.

Die deutsche IBAN besteht aus 22 Stellen (in anderen Ländern hat sie teilweise mehr oder weniger Stellen), setzt sich allerdings international aus denselben Elementen zusammen. Die deutsche IBAN wird vom Länderkennzeichen, bestehend aus zwei Stellen, angeführt, dem Kürzel „DE“. Dem schließt sich eine zweistellige Prüfziffer an. Auf diesen internationalen Part der IBAN folgen die Kontodaten, die sich aus Bankleitzahl und Kontonummer zusammensetzen. Die achtstellige Bankleitzahl wird direkt an den internationalen Teil angehängt, die verbleibenden Stellen sind für die Kontonummer gedacht. Diese muss die 22 Stellen bis auf die letzte Stelle ausfüllen. Ist sie zu kurz wird zwischen Bankleitzahl und Kontonummer mit Nullen aufgefüllt.

Was ist der BIC?

BIC ist das Kürzel für Business Identifier Code und stellt quasi die internationale Bankleitzahl dar. Durch den BIC ist es international möglich, das dazugehörige Bankinstitut zu identifizieren. Der BIC setzt sich aus einem vierstelligen Bankkürzel, einem Länderkennzeichen und einem Code für den Ort, an dem sich die Bank befindet, zusammen. Sind anschließend noch Stellen frei, werden diese mit X aufgefüllt.

Der BIC wird oft auch als SWIFT-Code (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) oder auch SWIFT-BIC bezeichnet. Gemeint ist in allen drei Fällen dieselbe Kennzeichnung.

Das SEPA-Verfahren für Privatpersonen / Verbraucher

Die SEPA-Umstellung für Privatpersonen verläuft nahezu ohne, dass diese davon etwas mitbekommen. Den größten Unterschied wird das neue Überweisungsformular darstellen, das dementsprechend in allen SEPA-Staaten gültig ist und statt der Kontonummer und der Bankleitzahl die IBAN und den BIC enthält.

SEPA Lastschriftverfahren

Auch das Lastschriftverfahren wird auf SEPA umgestellt und wird dementsprechend mit IBAN und BIC beziffert. Wer Daueraufträge angewiesen hat, muss bei den meisten Banken nicht handeln, da diese Kontonummer und Bankleitzahl automatisch auf IBAN und BIC umstellen. Um sicher zu gehen, sollte dies allerdings bei der Bank noch einmal angefragt werden.

Das SEPA-Verfahren für Unternehmen / Selbständige

Die SEPA-Umstellung ermöglicht es Unternehmen seit dem 31. März 2012, ihr Konto in jedem am SEPA-Verfahren teilnehmenden Staat zu eröffnen und den Zahlungsverkehr darüber abzuwickeln, solange dieses bezüglich der SEPA-Lastschrift eine Erreichbarkeit für den zahlenden Kunden garantiert. Darüber hinaus wurde zum gleichen Datum die Grenze von 50.000 Euro für grenzüberschreitende Euro-Zahlungen fallen gelassen.

Eine Erreichbarkeit aller Zahlungsempfänger, die Zahlungen per SEPA-Lastschrift abwickeln und in teilnehmenden Nicht-Euroländern ihren Sitz haben, ist erst ab dem 31. Oktober 2016 verbindlich.

SEPA Firmenlastschriftverfahren

Während das SEPA-Basislastschriftverfahren (das wie das SEPA-Firmenlastschriftverfahren national wie grenzüberschreitend genutzt werden kann) auch Privatpersonen zur Verfügung steht und dem bisherigen deutschen Einzugsermächtigungslastschriftverfahren in vielen Aspekten ähnelt (so auch in der Hinsicht, dass bis zu acht Wochen zu Unrecht eingezogenes Geld zurück überwiesen werden kann), werden Unternehmen für die Zahlungsabwicklung mit anderen Unternehmen künftig auf die SEPA-Firmenlastschrift zurückgreifen  müssen.

Diese ähnelt dem Abbuchungsauftragsverfahren, das bislang in Deutschland zur Verfügung stand. Eine Rückbuchung des abgehobenen Betrages ist hier im Gegensatz zur Zahlungsabwicklung per SEPA-Basislastschriftverfahren nicht möglich. Es liegt im Verantwortungsbereich der Zahlungsstelle, die Daten und die Abbuchung vorher auf Korrektheit zu überprüfen.

Lastschriftmandate und Gläubiger-ID für Unternehmen

Eine Umstellung der Lastschriftmandate muss nicht erfolgen, sollten bereits Mandate vorliegen. Diese können bereits als SEPA-Lastschriftmandat genutzt werden. Liegt noch keine Einwilligung des Zahlenden vor, also somit auch kein Lastschriftmandat, muss ein SEPA-Lastschriftmandat genutzt werden, so etwa bei Neukunden.

Wer seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen bereits angepasst hat, kann deutschlandweit zudem alle ab dem 9. Juli 2012 erteilten deutschen Einzugsermächtigungen auch für das SEPA-Basislastschriftverfahren nutzen.

Gänzlich neu ist zudem die Gläubiger-Identifikationsnummer. Diese ID muss ein Unternehmen vorweisen, um als Zahlungsempfänger am SEPA-Lastschriftverfahren überhaupt teilnehmen zu können und sich somit als Teilnehmer beziehungsweise Zahlungsempfänger im SEPA-Lastschriftverfahren eindeutig zu identifizieren. Die Gläubiger-ID ist nicht an ein Konto gebunden. Deutsche Unternehmen können diese Gläubiger-ID bei der Bundesbank beantragen.



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