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Siemens verkauft Telekom-Sparte an Nokia

Im Jahr 2007 hatten Nokia und Siemens zusammen das Unternehmen NSN gegründet. Nun hat Siemens NSN an Nokia veräußert. Nachdem Siemens mehrfach versucht hatte, die Unternehmenssparte Nokia Siemens Network (NSN) zu veräußern, hat das Unternehmen nunmehr einen Käufer für die Unternehmenssparte gefunden.

Nokia selbst übernimmt das Unternehmen und bezahlt für die Anteile in Höhe von 50 Prozent an Siemens einen Betrag von 1,7 Milliarden Euro. Von den 1,7 Milliarden Euro erhält Siemens 1,2 Milliarden Euro in bar. Die restlichen 500 Millionen werden finanziert. Der nun gezahlte Preis liegt unter dem ursprünglich festgelegten Wert des Unternehmens. Bereits im dritten Quartal 2013 soll das Geschäft vollständig abgeschlossen sein. Sowohl Siemens als auch Nokia hatten das Unternehmen NSN 2007 gegründet. Durch den Verkauf will Siemens sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Dies teilte der Finanzvorstand von Siemens, Joe Kaeser, mit.

Siemens trennt sich konsequent von defizitären Unternehmensbereichen

Siemens will sich insbesondere zukünftig auf die Bereiche Gesundheitswesen, Infrastruktur, Energietechnik und Industrie konzentrieren. Damit geht Siemens konsequent den Weg weiter, sich von defizitären Unternehmensbereichen zu trennen. Zuletzt schloss Siemens den Solarbereich. Auch weitere kleinere Unternehmenssparten sollen veräußert werden. Bereits am 8. Juli soll das Tochterunternehmen Osram an die Aktionäre abgegeben werden. Siemens hatte sich zuvor bereits von der Handysparte und von dem Festnetztelefonbereich getrennt.

Nunmehr konnte das Münchner Unternehmen auch den Bereich der Netzwerksparte verkaufen. Der Netzwerkbereich NSN beschäftigte bis März 2013 noch rund 56700 Mitarbeiter. Davon waren allein in Deutschland rund 6000 tätig. In 17 bundesdeutschen Städten ist das Unternehmen NSN durch Niederlassungen vertreten. Wie es mit den Standorten in Deutschland weitergehen wird, wurde aktuell nicht mitgeteilt. Offiziell hieß es, dass NSN auch weiterhin in Deutschland eine starke Präsenz behalten wird.

 Zunehmende Konkurrenz aus dem asiatischen Raum

Das Unternehmen gilt als einer der größten Telekomzuliefererbetriebe weltweit. Insbesondere das französische Unternehmen Alcatel-Lucent sowie das schwedische Unternehmen Ericsson gelten als größte Konkurrenten. Zudem erhält NSN zunehmend auch Konkurrenz aus dem asiatischen Raum.

 Aktien von Siemens und Nokia legten deutlich zu

Nach Bekanntwerden der Veräußerung legte die Siemens-Aktie um rund 2 Prozent zu. Erstmals seit langer Zeit scheinen die Anleger auch auf Nokia zu setzen. Im finnischen Helsinki stieg an der dortigen Börse die Aktie von Nokia um rund 10 Prozent. Was dem Unternehmen NSN Probleme bereiten könnte, ist die Tatsache, dass seit Gründung lediglich rote Zahlen produziert wurden. Die Führung von NSN kündigte bereits zu Beginn des vergangenen Jahres an, mit dem Abbau von 17000 Arbeitsplätzen beginnen zu wollen. Die Verluste konnten daraufhin deutlich reduziert werden. Der sinkende Umsatz konnte zudem deutlich gebremst werden. Ersten Erkenntnissen zufolge will Nokia den Namen von NSN ändern. Was Nokia genau mit dem Unternehmen vorhat, bleibt abzuwarten.



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