Gesundheit

Sekten-Guru verweigert Medikamente für krankes Kind

Der Sekten-Guru von Lonnerstadt soll gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin einem 12-jährigen Jungen seine Medikamente verweigert haben.

Der Junge litt jedoch an der schweren Krankheit Mukoviszidose. Der Guru ist das Oberhaupt der Sekte „Neue Gruppe der Weltdiener“.

Anklage gegen Sekten-Guru

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth hat nun Anklage gegen den Sekten-Guru und seine Lebensgefährtin erhoben. In der Anklage ist die Rede von schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen. Der Grund lässt Eltern in wenig die Haare zu Berge stehen; Der Sohn des Paares war an Mukoviszidose erkrankt. Doch trotz dieser schwerwiegenden Diagnose bekam der Junge weder seine Medikamente, noch gingen die beiden mit zu einem Arzt.

Die Mutter brachte den Jungen in die Sekte

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft haben bisher ergeben, dass die Mutter gemeinsam mit ihrem Sohn Ende 1999 mit dem Mann zusammengezogen ist. Der 54-Jährige gab sich als Lehrer der „Neuen Gruppe der Weltdiener“ aus. Nach dem Einzug bei dem Sekten-Guru vernichtete die Mutter nicht nur die Medikamente des Jungen, sondern kündigte auch seine Krankenversicherung.

Kindermisshandlung unter dem Deckmantel der Sekte

Darüber hinaus soll dem Kind auch immer wieder die Nahrungsaufnahme verweigert worden sein. Dabei ist gerade bei einer Erkrankung, wie Mukoviszidose, eine sehr kalorienreiche Ernährung sehr wichtig.

Verschlechterung des Gesundheitszustandes

Auch die Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Jungen gab dem Paar keinen Anlass einen Arzt aufzusuchen. Im Laufe der Vernehmung bestritt das Paar diese Vorwürfe und gab an, der Junge hatte selbstständig zu einem Arzt gehen können, wollte dies aber nicht. Weiterhin wollte der 12-Jährige auch selbst seine Krankenversicherung kündigen.

Junge flüchtete zum Vater

Im Alter von 16 Jahren flüchtete der Junge dann zu seinem leiblichen Vater. Zu dieser Zeit hat der 16-Jährige gerade noch 27 Kilogramm gewogen. Darüber hinaus hatte er auch die Hälfte seiner Lungenfunktion eingebüßt.

Die Weltanschauung der Sekte

Nach Ansicht der Sekte sind Kinder Erwachsenenseelen in Kinderkörpern und entsprechend werden die Kinder dann auch behandelt. Darüber hinaus glauben die Anhänger an Telepathie. Der Junge war aber nicht allein. Auch seine beiden Geschwister sind ohne ärztliche Versorgung, Medikamenten oder Spielsachen aufgewachsen.

Ermittlungen eingestellt

In den Fällen der Geschwister hat die Staatsanwaltschaft aber die Ermittlungen wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen eingestellt. Der Fall des Jungen sei viel schwerwiegender. Aus diesem Grund wurde entsprechend auch Anklage erhoben.

Prozess wird mit Spannung erwartet

Bereist jetzt wird der Prozess gegen den Sekten-Guru mit Spannung erwartet. Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Sekten, die die Behandlung von Kindern verboten hat. Wie das Urteil ausfallen wird, ist aber noch vollkommen unklar.



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