IT & Internet

Internet: Smart-TV spionieren Zuschauer-Verhalten aus

Dem Fachmagazin c’t zufolge senden sogenannte Smart-Fernseher die Daten der Zuschauer an die Server der Hersteller.

Smart-TVs können mit dem Internet verbunden werden. Wenn der Fernseher online ist, werden automatisch Daten an den Hersteller-Server übermittelt. Aber was bedeutet das für die Nutzer solcher Geräte?

Moderne Spionage im Wohnzimmer

Das Fachmagazin c’t hat sich Smart-Fernseher genauer angesehen und dabei herausgefunden, dass die Geräte Cookies mit eindeutiger Kennung abspeichern. Die Zeitschrift weist darauf hin, dass die Verschlüsselung von Smart-TVs Sicherheitslücken aufweist.

Steter Datenaustausch?

Smart-Fernseher sind internetfähige Geräte. Sie verfügen über einen integrieren Webbrowser und ein Betriebssystem. Im Grunde handelt es sich bei diesen Fernsehgeräten also um leistungsschwache Computer.

Die Geräte sollen laut c’t auch dann weiter arbeiten, wenn der Nutzer sich nicht einmal darüber bewusst ist, dass er mit seinem Fernseher online ist. Sobald das TV-Gerät mit dem Internet verbunden ist, werden Daten an den Hersteller übermittelt – und nicht nur das. Oft werden auch Daten an die Server von TV-Sendern und an Suchmaschinen wie Google gesendet.

Alle Smart-Fernseher senden Daten an die Hersteller

c’t hat die Modelle vieler bekannter Hersteller untersucht und kam dabei zu dem Ergebnis, dass nicht nur bestimmte Modelle Daten an die Hersteller-Server übermitteln, sondern alle getesteten. Die Experten von c’t sind sich jedoch nicht sicher, welchen Zweck die Übermittlung der Daten an die Hersteller erfüllen soll.

Im November 2013 wurde herausgefunden, dass das Smart-TV eines bestimmten Herstellers Informationen über Dateien angeschlossener USB-Laufwerke an den Server des Herstellers sendete.

Übermittlung von Daten an Fernsehsender

Beim Wechsel von einem TV-Kanal zum nächsten wurden außerdem Daten an die Server der TV-Sender übermittelt. Verantwortlich dafür, soll die aktivierte HbbTV-Erweiterung sein, die für gewöhnlich standardmäßig aktiviert ist.

Den Fernsehsendern ist es dadurch möglich, im digitalen Fernsehsignal anzugeben, welche Internetadresse der Fernseher beim Empfang des jeweiligen TV-Senders aufrufen soll. Der Rückkanal des HbbTV kann also die IP-Adresse und den Zeitpunkt, an dem der Sender ausgewählt wurde, übertragen. Der Nutzer bemerkt davon nichts.

Nutzung des Rückkanals wird per Google überwacht

Viele TV-Sender sollen laut c’t kleine Textdateien mit eindeutiger Kennung, sogenannte Cookies, im Speicher des Smart-TVs ablegen. Anhand dieser ist es den Fernsehsendern möglich, die Nutzung des Rückkanals per Google Analytics zu überwachen. Viele Privatsender machen von diesem Analysedienst Gebrauch.

Sicherheitslücken nicht ausgeschlossen

Die Daten, die an die Hersteller und TV-Sender übertragen werden, sind verschlüsselt, weisen jedoch gravierende Sicherheitslücken auf, erklärte c’t.

Die Experten des Fachmagazins konnten sich in den verschlüsselten Datenverkehr einklinken und zum Beispiel Zugangsdaten für Amazon und Maxdome auslesen.

Wie kann man das Abrufen der Daten verhindern?

C’t empfiehlt, die HbbTV-Erweiterung abzuschalten. Die Senderportale seien dennoch am Fernseher abrufbar wie beispielsweise über die Startseite von c’t.

Die Technische Universität Darmstadt fand heraus, dass die Fernseher anhand der Daten das Nutzungsverhalten der Smart-TV Verwender analysieren. Die Forscher der Universität kamen zu ähnlichen Ergebnissen wie die Fachzeitschrift.

Die Nutzer sind ahnungslos

Die Nutzer wissen nicht, dass sie ausspioniert werden. Der Datenaustausch mit den Servern der Fernsehsender sei vergleichbar mit dem Aufruf einer Webseite, hieß es. Hierbei wird eine IP-Adresse übertragen und es werden Cookies im Speicher abgelegt. Dies geschieht immer dann, wenn man am Computer, dem Tablet oder einem Smartphone eine Webseite aufruft.

Kaum ein Nutzer eines Smart-Fernsehgerätes würde erwarten, dass dies auch beim Fernsehen geschieht.



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