Politik

Somalia: Al Shabaab Milizen verlassen Hauptstadt Mogadischu

Wie nun Sprecher der Übergangsregierung und der Rebellenmilizen Al Shabaab nun bestätigt haben, werden sich die Al-Shabaab Milizen aus der Hauptstadt Somalias, Mogadischu, zurückziehen. Die Al Shabaab Milizen sind ein militanter Ableger der so genannten Union islamischer Gerichte, deren Herrschaft 2007 durch eine militärische Intervention von Äthiopien beendet wurde. Dennoch befanden sich diese Milizen in der Hauptstadt des gescheiterten Staates Somalia und lieferten sich Kämpfe mit anderen Milizen oder Clans. Der Süden Somalias, dort wo die verheerende Hungersnot am heftigsten wütet, befindet sich unter der Kontrolle der islamischen Milizen. Diese Milizen wollen am Kap Horn eine Ordnung streng nach der Schari´a errichten.

Wie Übergangspräsident Sharif Ahmed erklärte offiziell, dass die Milizen der Al Shabaab Bewegung in der gestrigen Nacht die Stadt Mogadischu verlassen hätten. Der Präsident konnte es sich nicht verkneifen von einer Niederlage der Milizen zu sprechen, während diese ihren Rückzug aus Mogadischu als Änderung ihrer militärischen Strategie verstanden wissen will.

Die Al Shabaab Milizen haben international für Aufsehen gesorgt, weil sie Hilfsorganisationen, die im Lande helfen und gegen die grassierende Hungersnot arbeiten möchten, nicht einreisen lässt. Sie behauptet lapidar, eine Hungersnot existiere schlicht nicht. Schon haben einige Staaten laut über eine militärische Intervention nachgedacht, um die humanitäre Katastrophe abwenden zu können. In Mogadischu befinden sich seit Monaten neben den üblichen Milizen und Clans auch friedenssichernde Einheiten der Afrikanischen Union. Diese lieferten sich Kämpfe mit den islamischen Milizen um Strecken zu sichern, damit Hilfsgüter auch angeliefert werden können. Noch am Freitag waren Schüsse zu hören.

Nach dem Abzug hat der Sprecher der Al Shabaab Milizen, Ali Mohamed Rage, einer örtlichen Radiostation ein Interview gegeben, in diesem stellte er klar, dass die Milizen an keiner anderen Stelle einen Rückzug antreten werde. Nun spielen die Einheiten der Afrikanischen Union die Möglichkeit durch, dass die Miliz eine Finte schlägt und einen Gegenangriff plant. Daher werden neue Einheiten erst vorsichtig in Mogadischu einrücken. Ein anderes Gerücht besagt, dass die Milizen von ihren Geldgebern, möglicherweise aus Saudi-Arabien, gezwungen wurden abzurücken, oder dass die Geldzuwendungen gekürzt wurden, so dass die finanzielle Lage der Miliz nur einen Abzug aus Mogadischu veranlassen konnte.

Unterdessen nimmt die Hungersnot immer mehr dramatische Züge an, insgesamt sind bislang elf Millionen Menschen von der heftigsten Dürre seit 60 Jahren in Osten Afrikas betroffen. Die Hungersnot greift nun auch auf die Umgebung von Mogadischu um sich, während die Stadt immer mehr Flüchtlinge aufnehmen muss. Knapp die Hälfte der somalischen Bevölkerung, also 3,2 Millionen Menschen, sind auf direkte Erstmaßnahmen angewiesen, sagen Vertreter der UN. Gleichzeitig steigen die Lebensmittelpreise in Somalia, seit Dezember 2010 haben sich Nahrungsmittel um das doppelte verteuert.



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.