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Spanair Pleite- 20.000 Touristen gestrandet

Die viertgrößte Fluglinie Spaniens, Spanair, hat unmittelbar Pleite angemeldet, über ganz Europa und Afrika sind somit 20.000 Touristen gestrandet. Seit Freitag bietet Spanair keine Flüge mehr an, der gesamte Flugbetrieb wurde eingestellt, über 200 Flüge wurden gestrichen. Im Zusammenhang mit dem Kollaps ermittelt die Staatsanwaltschaft in Spanien, demnach droht Spanair ein Bußgeld in Höhe von neun Millionen Euro. Der Kollaps wurde kurz nach der Nachricht verkündet, dass Qatar Airways aus den Übernahmegesprächen sich zurückzog.

Spanair- Mitglied der Star Alliance

Die Fluglinie Spanair wurde als Charterfluggesellschaft 1986 gegründet, der Hauptsitz liegt in Barcelona. Seit 2003 war Spanair Mitglied im so genannten Star Alliance (Lufthansa, Swiss, Singapore Airlines etc.). Doch im Jahre 2010 verbuchte Spanair einen Verlust von 115 Millionen Euro, in der Folge bemühte man sich um einen Käufer. Dieser war anscheinend im Dezember 2011 gefunden, Qatar Airways gab bekannt, dass man einen Anteil von 49 % an Spanair für 116 Millionen Euro aufkaufen wollte, doch nun hat sich die Fluggesellschaft aus den Verhandlungen zurückgezogen. Auch die Regierung in Madrid verweigerte weitere Beihilfen, was prompt am Freitag bekannt gegeben wurde. Die Bezirksregierung Kataloniens hatte in den Jahren zuvor schon 150 Millionen Euro als Beihilfe beigesteuert, diese stießen auf die Kritik von Ryanair und Easyjet.

Spanair Pleite- und die gestrandeten Touristen?

Die Insolvenz von Spanair könnte 4000 Menschen den Arbeitsplatz kosten. Doch was passiert mit nicht eingelösten Flugtickets, oder wichtiger, mit den über 20.000 gestrandeten Touristen? Auf der eigenen Homepage gibt Spanair dazu ein Statement bekannt. Demnach befände man sich in „finalen“ Gesprächen mit der International Air Transport Association (IATA), dem Dachverband aller Fluggesellschaften. Demnach sollen nichteingelöste Tickets rückerstattet werden, doch Kunden, die zuvor mit Kreditkarten die Rechnung beglichen haben, müssen sich direkt an Spanair wenden (Telefonnummer: +34 971 916 047). Soche, die die Flüge über eine Reiseagentur oder per Bankeinzug bezahlt haben, sollen das Geld direkt überwiesen bekommen. Für die gestrandeten Touristen sieht die Lage aber dramatischer aus, noch kann Spanair hier keine konkreten Lösungen anbieten. Man befände sich in Gesprächen mit anderen Fluggesellschaften (Vueling, Iberia, Air Europa), im Zweifelsfall soll man auf die entsprechenden Internetseiten. Doch weder bei Vueling, noch bei Iberia, noch bei Air Europa waren bis zu diesem Zeitpunkt Informationen erhältlich. In den kommenden Tagen werde man alternative Lösungen anbieten, verspricht Spanair. Ob die 20.000 gestrandeten Touristen mit dieser „Hilfe“ werden was anfangen können, ist zweifelhaft, über die Pleite von Spanair sind sie sicherlich nicht erfreut.

 

 



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