Finanzen & Recht

Zinsen: Sparkassen und Volksbanken vor Problemen

Auch Anfang 2014 ist die weltweite Finanzkrise als Gesprächsthema noch lange nicht vom Tisch. Stattdessen behalten Banker, Politiker, Wirtschaftsexperten und besorgte Bürger einen unruhigen Blick auf die Problematik, die sich nach wie vor kaum gelöst hat.

Anstelle von Lösungen scheinen sich immer wieder neue Probleme aufzutun. Dieses Mal könnte es die Sparkassen und Volksbanken erwischen.

 

Geringe Zinsen sorgen für Missmut

Grund dafür sind laut Focus.de die minimalistischen Zinsen, die nicht nur Sparern das Leben schwer machen und dafür sorgen, dass mit angelegtem Kapital nicht einmal die Inflation wieder wettgemacht wird. Im Gegensatz dazu steht dieser Beitrag, wonach Bausparkassen den niedrigen Zinsen trotzen können.

Im November 2013 senkte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins auf ein historisches Tief von 0,25 Prozent, nachdem dieser bereits zuvor monatelang auf einem damaligen Allzeittief von 0,5 Prozent verweilt war.

Doch auch die regionalen Bankensysteme der Sparkassen und Volksbanken geraten langsam in die Bredouille. Während sie ihre Zinsen an den Leitzins anpassen, bleiben sie auf den gleichbleibenden oder gar steigenden Kosten sitzen, die ihre alltäglichen Unternehmungen bescheren.

 

Sparkassen und Volksbanken verdienen kaum mehr

Ebenso wie private Banken sind Sparkassen und Volksbanken geschäftstüchtige Unternehmen. Für angelegtes Geld gibt es allerdings kaum mehr Zinsen, daher natürlich auch keine bei weitem mehr so lukrative Einnahmen wie einst.

Im Gegensatz zu den Privatbanken sehen die Sparkassen und Volksbanken allerdings noch einem anderen Problem entgegen. Privatbanken haben die Wirtschaft für sich entdeckt, wo sie mit großen Unternehmen als Kunden oftmals auf millionenschwere Anleger setzen können. Dies erlaubt es ihnen natürlich auch die Finanzmärkte ganz anders für sich zu nutzen, als dies bei den Regionalbanken der Fall ist.

Diese verdienen weiterhin hauptsächlich an der Vergabe von Krediten. Kredite sind nach wie vor aber unweigerlich mit Zinsen verbunden, die nach und nach sinken. Dadurch wird der Gewinn der Sparkassen und Volksbanken enorm geschmälert. Eine Tatsache, an der die Banken ordentlich zu knabbern haben, da auf diese Weise ein Teil ihrer Existenzgrundlage bröckelt.

 

Steht eine Regionalbankenkrise bevor?

Im Auftrag einer Gruppe von Sparkassen und Volksbanken wurde eine Studie durchgeführt, deren Resultat Bernd Nolte, Chef der Beratungsfirma 4P Consulting , dem Handelsblatt Online gegenüber vorstellte.

So warnt die Studie vor einer Regionalbankenkrise, die aus dem Fakt heraus entstehen könnte, dass die Sparkassen und Volksbanken kaum mehr Geld einnehmen. Handelsblatt Online zitiert die Studie wie folgt: „Die Gruppe der deutschen Regionalbanken steht vor einem existenzbedrohenden Ertrags- und Kostenproblem.“ Veröffentlicht wurde die Studie von den Banken allerdings nicht.

Dem Handelsblatt Online liegt sie jedoch vor, weshalb die Zeitung schildert, dass die Sparkassen und Volksbanken oftmals mit dem Preisdruck, den immer strenger werdenden Finanmarktauflagen und geringen Zinsen für Eigenanlagen und Anlagen der Kunden zu kämpfen hat.

 

Kein Grund zur Sorge

Die Studie solle man allerdings nicht zum Grund nehmen, sich Sorgen zu machen, so die Sparkassen und Volksbanken. Der Huffington Post Deutschland gegenüber erklärte ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, dass es übertrieben sei, bereits von einer Regionalbankenkrise zu sprechen. Das Jahresergebnis 2013 sei zufriedenstellend, weshalb mehrere Jahre zu verkraften seien, in denen die Institute zur Niedrigszinspolitik gezwungen würden.

 

 



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