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SPD: Peer Steinbrück überzeugt Delegierte und Kritiker

SPD Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat auf dem Wahlprogramm-Parteitag der SPD in Augsburg eine fulminante Rede gehalten. Obwohl eine jüngst im Auftrag der Forschungsgruppe Wahlen durchgeführte Umfrage für das ZDF-Politbarometer der SPD bei der Bundestagswahl aktuell lediglich ein Zustimmungspotenzial von 27 Prozent zubilligt, gibt sich der SPD-Kanzlerkandidat davon unbeeindruckt.

Steinbrück hob in seiner Rede besonders Gespräche hervor, die er im Rahmen des Bürgerdialogs mit einfachen Bürgern führte. Anhand des Schicksals der jeweils zitierten Bürger machte Steinbrück deutlich, welche Änderung die SPD nach der Wahl in der Sozialpolitik vornehmen will.

Steinbrück gegen egoistische Gesellschaft

Steinbrück verwies ebenso auf die Notwendigkeit eines Mindestlohns von 8,50 Euro, wie auf eine Anhebung des Spitzensteuersatzes auf 49 Prozent hin. Der SPD-Kanzlerkandidat beschwor in seiner Rede zudem immer wieder, dass die SPD eine rot-grüne Regierung eingehen wolle. Damit erteilte Steinbrück indirekt einer großen Koalition zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine Absage.

Claudia Roth (Grüne) trat als Gastrednerin auf

Besonders hervorzuheben ist auch, dass Steinbrück dezidiert die Politik der Union auseinandernahm. Dies geschah jedoch nicht auf polemische Art und Weise, sondern anhand konkreter Beispiele. Dem hielt der SPD-Kanzlerkandidat das Gegenkonzept seiner Partei entgegen. Steinbrück sprach sich in diesem Zusammenhang für mehr Miteinander und gegen Egoismus in der Gesellschaft aus.

Steinbrück wirkte in seinen Aussagen dabei sehr glaubwürdig und nicht wie in früheren Reden leicht abgehoben und besserwisserisch. Der Kanzlerkandidat der SPD überzeugte in seiner Rede auch durch Selbstironie und versteckte Selbstkritik. Schützenhilfe erhielt Steinbrück von der Grünen-Chefin Claudia Roth. Diese war auf Vorschlag des SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel Gastrednerin auf dem SPD-Parteitag.

Auch Claudia Roth beschwor die Notwendigkeit einer rot-grünen Regierung nach der Bundestagswahl. Die Delegierten quittierten die Rede von Claudia Roth mit lang anhaltenden und ehrlich gemeinten Beifall. Minutenlangen Beifall erhielt Steinbrück für seine überzeugende Rede.

Medienlandschaft: Schreiben Teile der Presse Steinbrück absichtlich schlecht?

In einem ersten Resümee nach der Steinbrück-Rede teilten Experten die Meinung, dass die SPD aus dem Parteitag gestärkt in die Wahl gehen wird. Zudem sei angesichts der Erfahrung der Vergangenheit die Bundestagswahlen noch lange nicht entschieden. Wenn es Steinbrück gelingt, die Menschen ähnlich zu begeistern wie bei seiner heutigen Rede, dann dürfte der Wechsel im September möglich sein.

Diese Ansicht vertrat auch Professor Karl-Rudolf Korte von der Universität Duisburg-Essen gegenüber dem Fernsehsender Phoenix. Auch andere Experten schlossen sich dieser Sichtweise an. Andere Experten vermuten indes, dass Teile der Medienlandschaft den SPD-Kanzlerkandidaten bewusst schlecht reden, weil dieser entgegen ihrer Erwartungen nicht die Wirtschaftspolitik vertritt, die sie zunächst von einem SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück erwarteten.

Stattdessen zeigt Steinbrück sein sozialdemokratisches Gesicht und damit seine wahre Gesinnung. Dies scheint der wahre Anlass dafür zu sein, warum die Umfragewerte für den Kanzlerkandidaten der SPD derzeit schlecht sind. Getreu dem Motto „Meinung wird gemacht“ wird Steinbrück von Teilen der Medienlandschaft schlicht und ergreifend schlecht geredet. Den Auftakt für die Aufholjagd soll nach Ansicht der SPD der Parteitag in Augsburg darstellen.



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