Die Organisation Charities Aid Foundation aus Großbritannien untersucht alljährlich die Spendenbereitschaft der Menschen in den einzelnen Ländern, im so genannten World Giving Index 2011 geben die Menschen in den USA am meisten, Deutschland hingegen liegt abgeschlagen auf Platz 26. Im Auftrag der Stiftung führte das Unternehmen Gallup eine weltweite Umfrage durch, befragt wurden über 150.000 Personen aus 153 Ländern. Dabei wurde nicht nur die Frage nach der Spendenhöhe gestellt, sondern auch immaterielle Spenden wie die wohltätige und freiwillige Arbeit. Zudem wurde die Frage gestellt, ob man total Fremden helfen würde und wie weit diese reicht. Basierend auf diese drei Fragen wurde ein Index erstellt.
Generell stellt die Charities Aid Foundation eine höhere Spendenbereitschaft fest, trotz anhaltender Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Geldmengen der Spenden fiel zwar deutlich zurück, doch wurde mehr wohltätige Arbeit verrichtet, so die Stiftung. Auch das Alter der Spender spiele eine Rolle, so spenden ältere Menschen in der Regel mehr, während die Hilfe für Fremde von mittleren Altersgruppen am ehesten befürwortet wird. Weiterhin stellten die Studienmacher fest, dass sich die Bereitschaft zur Hilfe und Spende innerhalb eines Jahres wesentlich ändern kann, beispielsweise die USA, die noch im World Giving Index 2010 den fünften Platz, jetzt aber den Ersten belegen. Zudem weist die Studie nach, dass der Wohlstand selten mit der Spendenbereitschaft einhergeht, so befinden sich lediglich fünf der G20 (also der 20 stärksten Volkswirtschaften) auf den vorderen 20 Plätzen, beispielsweise Deutschland.
Auf dem World Giving Index 2011 belegt Irland den zweiten Platz, gefolgt von Australien, Neuseeland und Großbritannien. Auf Platz sechs kommt die Niederlande, gefolgt von Kanada. Überraschenderweise belegt ein sehr armes Land Platz acht, Sri Lanka, gefolgt von Thailand. Der World Giving Index 2011 liefert interessante Fakten, weil eben nicht nur die Spendenmenge untersucht wird.




















Da stellt sich natürlich die Frage, ob und wie ehrenamtliches Engagement z.B. in Vereinen gewertet wurde. Denn obwohl die USA und andere da insgesamt unbestritten weit vor uns sind, das Thema Vereine ist in Deutschland schon sehr ausgeprägt.
Fraglich bleibt dann, wie dennoch ein Image vom “Spendenweltmeister” überhaupt je entstehen konnte? Einfach nur Selbstüberschätzung?
Danke für den interessanten Report!
Nicolas Reis
Altruja.de
Inwieweit wird bei der Studie miteinbezogen, dass man in einigen Ländern Spenden von der Steuer absetzen kann? Und wird die Kirchensteuer als Spende gewertet? In den USA wäre das ja eine Spende. Mein Verdacht ist, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen werden.