Konjunktur

Statistisches Bundesamt: Erzeugerpreise im Februar 2012 um 3,2 % gestiegen

Wie das Statistische Bundesamt heute in einer Pressemitteilung bekannt gab sind die Erzeugerpreise im Februar 2012 zum Vorjahreswert um 3,2 % angestiegen, verglichen mit den Erzeugerpreisen Januar 2012 bedeutete dies eine Steigerung um 0,4 %.

Die Erzeugerpreise sind die Preise, die die Hersteller von Großkunden oder gewerblichen Kunden verlangen, sie kann als Teil des Preisindex verstanden werden und kann Aufschluss über die Entwicklung der Inflation bieten. Nach Aussage des Statistischen Bundesamtes sei die Preissteigerung im Februar die niedrigste seit Juni 2010. Insbesondere Energieträger hätten die Preissteigerung bewirkt.

Leichtes Heizöl und Erdgas verteuern sich am meisten

Insbesondere Erdgas und leichtes Heizöl haben sich zum Vorjahr wesentlich verteuert, während Erdgas sich im Durchschnitt um 15,5 % verteuerte (zum Januar 3012 um 0,2 %), lagen die Erzeugerpreise bei leichtem Heizöl um satte 20 % höher als im Februar 2011 (ein Plus von 3,2 % zum Januar 2012). Auch Diesel (+ 8,6 %) und Benzin (+ 9,5 %)haben sich deutlich im Erzeugerpreis zum Vorjahreswert nach oben bewegt.

Während elektrische Strom für die Verteiler günstiger wurde (ein Minus von 8,6 % zum Februar 2011), haben private Haushalte 2,5 % mehr für Strom bezahlen müssen als noch vor einem Jahr. Dabei wird der Strompreis aufgrund der Energiewende zukünftig weiter ansteigen. Weiterhin sind die Preise für Verbrauchsgüter um 3,7 % zum Vorjahr angestiegen.

Verbrauchsgüter: Zucker und Margarine Preistreiber

Unter den Verbrauchsgütern haben sich insbesondere die Nahrungsmittel deutlich verteuert, ein Anstieg von 4,7 % zum Februar 2011 und eine Steigerung um 0,7 % zum Januar 2012 machen dies deutlich, die Weltmarktpreise für Nahrungsmittel bewegen sich konstant seit Monaten in Rekordhöhen, zum Leidwesen für die Menschen in ärmeren Regionen.

Unter den Nahrungsmitteln haben sich die Erzeugerpreise für Zucker (eine satte Steigerung von 38,6 % zum Vorjahr) und Margarine (mit einem Anstieg der Erzeugerpreise von 12,9 % zum Februar 2011) als Preistreiber entpuppt. Auf der anderen Seite haben sich die Erzeugerpreise für die Landwirtschaft zum Vergleich des Vorjahreswertes nach unten bewegt, so waren Futtermittel für Nutztiere im Durchschnitt um 7,5 % günstiger als im Vorjahr, Getreidemehl lag um 8,4 % niedriger als noch vor einem Jahr.

Inflation 2011 bei 2,3 %

Wie das Statistische Bundesamt schon Anfang Januar bekannt gab, lag die Inflation in Deutschland 2011 offiziell bei 2,3 %, damit lag die Inflation im vergangenen Jahr höher als in den Jahren zuvor (2010 +1,1 %, 2009 +0,4 %). Auch hier wurden Energieträger als Hauptverursacher für die höchste Inflation seit 2008 ausgemacht, daneben stiegen 2011 insbesondere die Preise für Nahrungsmittel. Im Durchschnitt und auf das ganze Jahr betrachtet stiegen die Reallöhne 2011 lediglich um 1,0 % (2010 noch ein Anstieg um 1,5 %, 2009 gar ein Minus von 0,4 %).

Der Erzeugerpreis wirkt sich am Ende natürlich auch auf den Verbraucherpreis aus, die Erzeuger reichen die Preissteigerungen in der Regel an den Endverbraucher weiter, daher können Erzeugerpreise im Vorfeld Aufschlüsse über die mögliche Entwicklung der Inflation bieten. Der Anstieg der Erzeugerpreise um 3,2 % im Februar 2012 zum Vorjahr lässt auf eine steigende Inflation in 2012 schließen.



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