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Steinmeier Plagiat-Vorwurf: Kamenz in der Kritik

Der “Focus“ hatte jüngst die mediale Welle zum angeblichen Plagiat von Frank-Walter Steinmeier (SPD) bei seiner Doktorarbeit ins Rollen gebracht. Dabei ist auch Geld an den selbst ernannten Plagiatsjäger Uwe Kamenz seitens des „Focus“ geflossen. Nun hat der Promotionsausschuss der Universität Gießen Steinmeier entlastet. Kamens und auch der „Focus“ stehen indes öffentlich in der Kritik.

Universität Gießen stellt Verfahren gegen Steinmeier ein

Frank-Walter Steinmeier (SPD) wurde durch den Wirtschaftsprofessor Uwe Kamenz des Plagiats bezichtigt. Kamenz stellte damals angeblich “umfangreiche Plagiatsindizien“ fest. Zur Überprüfung nutzte Kamenz ein selbst entwickeltes Computerprogramm. Dieses ist in der Wissenschaft jedoch mehr als umstritten. Die Software spuckte offenbar eine “Gesamtplagiatswahrscheinlichkeit“ in Höhe von 89 Prozent aus.

Steinmeier selbst bat daraufhin die Universität Gießen, seine Dissertation zu überprüfen. Der Promotionsausschuss der Universität Gießen kam nun zum Ergebnis, dass die Dissertation kein Plagiat darstellt. Zudem wird das Verfahren gegen Steinmeier in dieser Angelegenheit eingestellt. Der Doktortitel wird nicht entzogen.

Professor Kamenz erhielt Geld vom „Focus“

Während Frank-Walter Steinmeier damit vollkommen rehabilitiert ist, verdichten sich die Hinweise auf ein rein wirtschaftliches Interesse von Kamenz in der Angelegenheit. Nach außen hin tritt Uwe Kamenz als Verfechter einer sauberen Wissenschaft auf. Nach innen betrachtet, wurde jedoch bekannt, dass Uwe Kamenz von der Zeitschrift “Focus“ für das Erstpublikationsrecht in der Angelegenheit Geld erhielt.

Insofern ist zudem in der heutigen Berichterstattung des “Focus“ auffällig, dass dieser sich von seiner Vorberichterstattung distanziert und insofern auch Professor Uwe Kamenz, der in den letzten Berichten noch als “Verfechter einer sauberen Wissenschaft“ seitens des “Focus“ gefeiert wurde, nun in der Hoffnung auf ein Vergessen seitens der Leserschaft dem Professor gleichsam verbal fallen lässt. Letztlich muss sich nämlich auch das Magazin einige unangenehme Fragen gefallen lassen.

Plagiatssoftware dürfte nun nur noch humoristischen Charakter besitzen

Der Wirtschaftsprofessor Kamenz indes dürfte angesichts der “Steinmeier-Pleite“ nunmehr seine Plagiatssoftware in den Müll werfen. Denn der Fall Steinmeier hat eines gezeigt, die Plagiatssoftware von Kamenz taugt ungefähr soviel wie ein homöopathisches Globuli bei Zahnschmerzen. Letztlich dürften einzig und allein wirtschaftliche Interessen bei der medial inszenierten Hetzjagd auf Steinmeier eine Rolle gespielt haben. Leidtragender war in diesem Fall Frank-Walter Steinmeier.

Dass dies nicht nur moralisch seitens Uwe Kamenz äußerst verwerflich ist, sondern nahezu an Rufmord grenzt, ist ein weiteres pikantes Detail in der Angelegenheit. Zumindest eine gute Sache hat der Fall Steinmeier zutage gefördert. Es gibt auch Politiker, die ihre Doktorarbeit auf saubere Art und Weise erworben haben. Zudem dürfte zumindest die Plagiatssoftware von Uwe Kamenz zukünftig bei der Aufdeckung “weiterer echter Plagiate“ eher belächelt, denn wirklich ernst genommen werden.



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