Finanzen & Recht

Steuererklärung 2014: Elster & VaST

Steuererklärung 2014: Mit Beginn des Jahres 2014 treten viele Änderungen im Steuergesetz in Kraft. Davon profitieren viele Berufstätige. Begünstigt werden dadurch insbesondere solche Arbeitnehmer, die aus beruflichen Gründen viel unterwegs sind.

Neben der Entfernungspauschale, dem Grundfreibetrag und der Verpflegungspauschale wird die private Altersvorsorge in Form der Entgeltumwandlung weiter gefördert. 

Eine Premiere erwartet den Steuerpflichtigen beim Ausfüllen der Steuererklärung. Diese wird nämlich erstmals vorausgefüllt zur Verfügung gestellt und das Ausfüllen wird dadurch erleichtert.

Grundfreibetrag 2014 steigt

Die vielleicht am weitesten reichende Steueränderung für das Jahr 2014 stand schon Anfang des Jahres 2013 fest. Die damals noch regierende schwarz-gelbe Koalition hatte den Grundfreibetrag um 224 Euro auf 8.354 Euro angehoben. Auf diesen angehobenen Steuerfreibetrag hat jeder Einkommenssteuerpflichtige Anspruch. Diese Änderung wird Arbeitnehmer allerdings geringfügig entlasten.

Der Grundfreibetrag hat den Zweck, das Existenzminimum dadurch zu sichern, dass es nicht durch eine Besteuerung gemindert werden kann. Die Änderung war eine vom Bundesverfassungsgericht erteilte politische Hausaufgabe. Das Gericht hatte nach einem steuerfreien Existenzminimum in angemessener Höhe verlangt.

Entfernungspauschale 2014

Die beruflichen Reisekosten unterliegen nun ebenfalls einer wirksamen Steueränderung. Ab dem 1. Januar 2014 liegt eine berufliche Auswärtstätigkeit schon dann vor, wenn der Arbeitnehmer seine Wohnung verlassen hat und noch vor seiner „ersten Tätigkeitsstätte“ beruflich wirksam wird. Die bisherige Definition der „regelmäßigen Arbeitsstätte“ gibt es steuerrechtlich nicht mehr.

Die Fahrten, die den Arbeitnehmer zu seiner ersten Tätigkeitsstätte bringen, kann der Steuerpflichtige wie bisher auch mit einer Entfernungspauschale von der Steuer absetzen. Für die „anderen“ Fahrten gilt ab sofort die Vorteil bringende Dienstreisenpauschale, bei der jeder gefahrene Kilometer Berücksichtigung findet.

Verpflegungspauschale bei Dienstreisen 2014

Ab 2014 kennt das Finanzamt auch neue Verpflegungspauschalen. Deren Höhe ist nun abhängig von der jeweiligen Dauer der entsprechenden Auswärtstätigkeiten. Beträgt die Abwesenheit wenigstens acht Stunden, dann liegt die Verpflegungspauschale nun bei 12 Euro. Dauert die Abwesenheit bis 24 Stunden erhalten die Arbeitnehmer eine Pauschale in Höhe von 24 Euro.

Bringt die Dienstreise eine mehrtägige Abwesenheit mit sich, so gibt es für den An- und Abreisetag eine zusätzliche Pauschale von jeweils 12 Euro. Dabei ist die tatsächliche Länge der Abwesenheit bedeutungslos, solange sie nur „mehrtägig“ ist. Das erzeugt deutliche Vorteile für Arbeitnehmer, die häufiger kurze Dienstreisen absolvieren müssen.

Entgeltumwandlung macht private Altersvorsorge attraktiver

Sowohl die betriebliche als auch die privaten Altersvorsorge werden nun begünstigt. Arbeitnehmer, die in eine sogenannte Betriebsrente investieren, dürfen dafür 2014 bis zu 2.856 Euro steuer- und sozialabgabenfrei in ihre Altersvorsorge einzahlen. Bei der sogenannten Entgeltumwandlung ergibt sich dann der höhere Anspruch durch die gestiegene Beitragsbemessungsgrenze, siehe dazu auch Absetzbarkeit der Krankenversicherung in der Steuererklärung.

Private Altersvorsorge steuerlich absetzbar

Die Beiträge sowohl zur gesetzlichen Rentenversicherung als auch zur Rürup-Rente können 2014 in noch größerem Umfang als im Verlauf des Vorjahres steuermindernd geltend gemacht werden. Konkret bedeutet das 78 Prozent aus 20.000 Euro bei Ledigen, die das Finanzamt als Sonderausgaben anerkennt. Bei gemeinschaftlich Veranlagten sind es 40.000 Euro.

Daneben soll auch die Berufsunfähigkeitsversicherung bzw. die Dienstunfähigkeitsversicherung bei Beamten in 2014 staatlich gefördert werden.

Steuererklärung 2014: Elster & VaST

Um die Steuererklärung weiter zu vereinfachen soll die vorausgefüllte Steuererklärung, kurz VaSt, kommen. Dabei soll der Steuerzahler über das Steuerprogramm „Elster“auf seine persönlichen Steuerdaten online zugreifen können. Steuerexperten raten schon jetzt dazu, die dann „vorausgefüllten“ Daten unbedingt auf Fehler zu überprüfen, ehe die Steuererklärung an die Finanzverwaltung weitergeleitet wird.

Aber Achtung, dabei ist es für den Steuerpflichtigen von Bedeutung, dass Elster keine Hinweise, Ratschläge oder Tipps für Einsparpotenziale gibt, wie andere professionelle Programme das tun. Wer legitim Steuern sparen will, muss seine steuermindernde Ausgaben eigenständig in seiner elektronischen Steuererklärung (Elster) berücksichtigen oder seine Steuererklärung 2014 beim Steuerberater erstellen lassen.

Aus aktuellem Anlass: Ab 2014 gibt es Änderungen bei Überweisungen und Lastschriftverfahren: SEPA Einführung betrifft sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen.



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