Finanzen & Recht

Steuerlich absetzbar in 2014: Vorsorgeaufwand + Sonderausgaben

Die Steuerlast beim Finanzamt lässt sich gezielt durch verschiedene Ausgaben senken.

Für gewöhnlich werden die Ausgaben für Krankenversicherungen, die Altersvorsorge und die Riester-Rente von der Steuer abgezogen.

Unter bestimmten Voraussetzungen können sogar Unterhaltskosten die Steuerlast senken.

Steuern sparen durch Sonderausgaben

Viele Steuerzahler wissen nicht, wie sie Steuern einsparen können. Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten wie zum Beispiel die Sonderausgaben. Dazu zählen die Kirchensteuer, Ausbildungskosten und Spenden.

Immerhin lassen sich dadurch ohne einen Nachweis erbringen zu müssen, 36 Euro für Singles und 72 Euro für Verheiratete bei der privaten Einkommenssteuererklärung einsparen.

Ausgaben für die Altersvorsorge

In der „Anlage Vorsorgeaufwand“ können Ausgaben für Versicherungen und Altersvorsorge eingetragen werden. In die ‚Anlage AV‘ werden Einzahlungen in die Riester-Rente eingetragen und können so von der Steuer abgesetzt werden.

Ausgaben für medizinische Anwendungen

Ausgaben für Ärzte, Medikamente oder Pflegebedarf bzw. Pflegepersonal werden als außergewöhnliche Belastungen angesehen. Hierbei wird vom Finanzamt zwischen außergewöhnlichen Belastungen besonderer Art und allgemeiner Art differenziert.

Altersvorsorge wird staatlich unterstützt

Durch Zulagen und Steuerersparnisse wird die Altersvorsorge staatlich unterstützt. Für das Jahr 2013 werden 76 Prozent der eingezahlten Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung, in landwirtschaftliche Alterskassen, berufsständische Versorgungseinrichtungen und die Rürup-Rente in die Rechnung mit einbezogen. Hierbei werden jedoch maximal 15.200 Euro für Singles und 30.400 Euro für Verheiratete berücksichtigt.

Der steuerfreie Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung wird ebenfalls bei der Berechnung berücksichtigt. Laut Steuerexperte Peter Kauth ist der Arbeitnehmeranteil zur gesetzlichen Rentenversicherung 2013 aufgrund der Berechnungsweise mit nur 52 Prozent absetzbar.

Beiträge für Krankenversicherungen seit 2010 in voller Höhe absetzbar

Die Beiträge für die gesetzliche oder private Krankenversicherung sind seit 2010 in voller Höhe von der Steuer absetzbar. Beiträge, die die Basiskrankenversicherung übersteigen, können über andere Versicherungsbeiträge abgesetzt werden.

So können Angestellte, Beamte und Pensionäre bis zu 1.900 Euro einsparen und Selbstständige bis zu 2.800 Euro.

Verschiedene Versicherungen sind von der Steuer absetzbar

Wenn die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung niedriger sind als 1.900 oder 2.800 Euro, können noch Beiträge anderer Versicherungen in die Steuererklärung mit einfließen. Ausgaben für eine Auslandsreise-Kranken-, eine Haftpflicht- oder Unfallversicherung können steuerlich geltend gemacht werden.

Nicht von der Steuer absetzbar hingegen sind Sachversicherungen wie die Kfz-, Hausrat- oder Rechtsschutzversicherungen, erklärt Wolfgang Wawro vom Steuerberaterverband.

Für Versicherungen, die berufliche Risiken abdecken, können anteilig Werbungskosten verrechnet werden.

Bisher muss der Bundesfinanzhof noch abklären, ob auch eine Arbeitslosen- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung von der Steuer absetzbar ist. Wawro rät dazu, die Ausgaben für diese Versicherungen dennoch anzugeben.

Zulagen durch Riester-Rente

Wenn die Steuerersparnis höher ist als die staatlichen Zulagen, auf die jeder Riester-Sparer einen Anspruch hat, schreibt das Finanzamt die Einzahlungen und Zulagen als Sonderausgaben gut. Die Zulagen werden allerdings wieder abgezogen, da es sonst zu einer Doppelförderung kommt.

Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine empfiehlt, stets Zulagen zu beantragen und diese in die ‚Anlage AV‘ einzutragen. Häufig wird die Anlage nicht ausgefüllt und die Steuerzahler verschenken bares Geld.

Einen Anspruch auf den sogenannten Sonderausgaben-Abzug haben nur Rieser-Sparer, die selbst einen Riester-Vertrag abgeschlossen haben. Wurde der Riester-Vertrag über den Ehepartner abgeschlossen, gilt dieser Anspruch nicht.

Unterhaltskosten steuerlich absetzen

Bis zu 13.805 Euro Unterhaltskosten für geschiedene Ehepartner lassen sich als Sonderausgaben in der Steuererklärung angeben. Der Ex-Ehepartner muss hierfür jedoch seine Zustimmung abgeben. Wenn keine Zustimmung erfolgt, können die Unterhaltszahlungen als außergewöhnliche Belastungen verrechnet werden. Allerdings kann dann nur eine Summe von bis zu 8130 Euro steuerlich geltend gemacht werden.

Der Betrag kann zudem sinken, wenn der Ex-Ehepartner eigene Einkünfte hat oder staatliche Leistungen bezieht, die mehr als 624 Euro pro Jahr betragen.

Unterhaltszahler können seit 2010 außerdem die Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung des Ex-Partners in der Steuererklärung angeben.

Kirchensteuer ist in voller Höhe absetzbar

Die Kirchensteuer ist in voller Höhe von der Steuer absetzbar.

Wenn freiwillige Zahlungen geleistet wurden, können diese als Spenden verrechnet werden.

Spenden an Parteien und die Wählervereinigung werden direkt von der Steuerschuld abgezogen. Bei Alleinstehenden entspricht die Summe bis zu 1.650 Euro und bei Verheirateten 3.300 Euro. Die Spenden werden als Sonderausgaben in der Steuererklärung angegeben.



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