Wissenschaft

Stevia: Süßstoff natürlich, ohne Gefahren?

Seit Dezember 2011 ist in Deutschland der Süßstoff Stevia zugelassen, Stevia soll 300 mal stärker süßen als normaler Zucker. Der neue Süßstoff kommt ursprünglich aus dem Regenwald aus der Grenzregion zwischen Brasilien und Paraguay, er wird aus der Pflanze Stevia rebaudiana gewonnen. Schon die ortsansässigen Menschen kennen die Süßkraft von Stevia seit über 500 Jahren, die ersten europäischen Eroberer berichteten von einer stark süßenden Pflanze. Seit 1920 wird Stevia in Brasilien großflächig angebaut, kurz darauf erkannte man in Japan die Vorteile der Pflanze. Zu Stevia und dessen Auswirkungen gab es viele Experimente an Mensch und Tier, ein widersprüchliches Ergebnis aus den USA 1984 warf die Markteinführung auch in Europa um Jahrzehnte zurück.

Stevia- Kalorienarm, also für Diabetiker geeignet?

Die Hauptbestandteile der Süßkraft von Stevia wurden erst in den 30érn des letzten Jahrhunderts erforscht, demnach sind Steviosid und dessen Derivate für die Süßkraft der Pflanze verantwortlich. Seit dem 2. Dezember ist Stevia auch in der EU zugelassen, zuvor hatte die Europäische Union eine zweijährige Studie über mögliche Nebenwirkungen finanziert. Bei dem Ergebnis von 1984 wurde Stevia verdächtigt, Krebs zu verursachen, gleichzeitig soll es die Zeugungsfähigkeit von Männern einschränken. Doch damals wurden solch hohe Konzentrationen an Tieren getestet, bei dem auch Zucker gesundheitlich negative Auswirkungen haben würde. Die Weltgesundheitsorganisation der UN, die WHO, hat eine Empfehlung von maximal zwei Milligramm pro Tag und Kilogramm Körpergewicht als Höchstgrenze ausgesprochen. Dennoch sind selbst die Diabetes-Verbände in Deutschland verunsichert und warnen vor einer Übersüßung mit Stevia. Doch ansonsten eignet sich Stevia hervorragend für Diabetiker, demnach wirkt es nicht blutzuckersteigernd.

Stevia- demnächst massenhafter Einsatz in der Lebensmittelindustrie?

Die gängigen Ersatzsüßstoffe, wie Aspargam etc., stehen in Verdacht bei dauerhaftem Konsum gesundheitsschädlich zu sein. Befürworter von Stevia verweisen auf die lange Existenz als Nutzpflanze. Nun scheint der Süßstoff vor der massenhaften Einführung in Europa zu stehen. Bezeichnend für die Entwicklung ist, dass die Coca-Cola Company 2007 24 Patente mit Stevia angemeldet hat. Andere Getränkehersteller haben schon die ersten Produkte mit Stevia eingeführt, zudem soll Stevia auch bei der Lebensmittelherstellung verwendbar sein, kann aber nicht als Füllmittel, z.B. in Kuchen verwendet werden. Ob nun der natürliche Süßstoff Stevia den Markt wird erobern können, wird sich in Zukunft zeigen.



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