Wissenschaft

Super-Gau Fukushima: BBC Reporter in der Sperrzone

Sechs Monate nach dem verheerenden Gau im AKW Fukushima ist BBC-Reporter David Shukman in die Sperrzone gereist und hat ein eindrucksvolles Video abgedreht, dieses kann man auf der Seite von BBC sehen. Er reiste in die evakuierte Gemeinde von Tomioka, die einst über 16.000 Einwohner zählte. Makabrerweise generierte einst das AKW Fukushima Daini (20 Kilometer südlich des havarierten AKW Fukushima-Daiichi) den Wohlstand der Stadt, daneben ist die Gegend ländlich geprägt und lebte einst in Wesentlichen von der Landwirtschaft. Das AKW Fukushima Daini wird immer noch betrieben.

Tamioka liegt innerhalb der Sperrzone um das AKW Fukushima, dementsprechend hatte die japanische Regierung die gesamte Region kurz nach den Vorfällen komplett evakuiert. Die Straßen sind wie leergefegt, Geschäfte liegen zum Teil aufgebrochen darnieder, dort wo einst das Leben in der beschaulichen Gemeinde mit ihren berühmten japanischen Kirschblüten florierte, laufen inzwischen entflohene Haustiere in der verlassenen Stadt durch die Gegend. So beispielsweise auch Kühe, die sich im Wald verschanzen; ob Yvonne hier ihre Inspiration erfahren hat ist fraglich.

Daneben zeigt Shukman auf, wie schnell die Evakuierung erfolgt sein musste, in einem verlassenen Stall fand er Reste der Kadaver auf. Die Bauern hatten also nicht einmal die Zeit die Tiere aus dem Stall frei zu lassen. Selbstverständlich war Shukman mit einem Geiger-Zähler ausgestattet, er zeigte auf, dass die Strahlung in Körperhöhe ziemlich stark abgenommen hat, ABER: in Körperhöhe zeigte der Zähler drei Millisievert pro Stunde auf, auf Bodennähe (wo der Geiger-Zähler sofort Alarm schlägt) hingegen zeigt das Gerät 25 Millisievert pro Stunde. Ausgehend von einem Grenzwert von einem Millisievert pro Jahr (wie in Deutschland) dürfte man 20 Minuten im Freien bleiben, oder aber vier Minuten in Bodennähe. Wie Shukman richtig berichtete, für einen kurzzeitigen Besuch ist die Strahlung nicht akut gefährlich, doch leben kann man in Tomioka nicht. Die radioaktiven Partikel haben sich im Boden konzentriert, selbst das Abtragen der obersten Schicht würde genügend Partikel ins Grundwasser treiben. So gesehen bleibt die Evakuierungszone mindestens für die nächsten Jahre erforderlich.



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