Politik

Syrien: Armee besetzt zwei weitere Städte im Westen

In Syrien halten die Unruhen weiter an, nun hat die syrische Armee zwei Städte (Al Qusayr und Saraqib) im Westen des Landes besetzt. Schon in den vergangenen Tagen hatte sie Städte an der türkischen Grenze mit Panzerverbänden besetzt, seit Wochen wird die Stadt Hama im Süden besetzt gehalten. Erneut sollen Menschen ums Leben gekommen sein, nach Augenzeugenberichten seien in der Stadt Al Qusayr fünf Menschen durch die Armee erschossen worden. Die in London ansässige Syrian Observatory for Human Rights berichtet gar, dass im Zuge des Ansturms auf Saraqib hundert Menschen erschossen wurden.

Die Stadt Saraqib liegt 50 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt, nach Augenzeugenberichten seien 14 Panzer und 50 Mannschaftsbusse der syrischen Armee eingerückt, nach Ankunft hätten sie Gebäude der 30.000 Einwohner grundlos angegriffen. Da eine freie Berichterstattung in Syrien nicht möglich ist und zudem ausländische Korrespondenten ausgewiesen wurde, sind Nachrichten aus Syrien derzeit nicht überprüfbar. Doch Augenzeugen berichten, dass in der gesamten Provinz Idlib (an der türkischen Grenze) Proteste sich formieren, bislang galt der Norden Syriens als relativ ruhige Zone.

Noch immer spricht Damaskus von bewaffneten Terroristen, wenn sie überhaupt von den Protesten berichtet. Derweil nimmt der internationale Druck auf Präsident Bashar al-Assad zu, nachdem die türkische Regierung Assad zur Beendigung der Kampfhandlungen aufgerufen hat, haben die USA härtere Sanktionen gegen Syrien beschlossen. Zudem wird der UN-Sicherheitsrat eine weitere Sitzung zu den Vorgängen in Syrien abhalten. Seit Ausbruch der Unruhen im Februar gehen Schätzungen von über 2000 getöteten Menschen aus, zehntausende befinden sich in Haft.



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.