Politik

Syrien: Armee erobert Vororte von Damaskus

Unbestätigten Meldungen zufolge soll die Armee in Syrien die Vororte der Hauptstadt Damaskus zurückerobert haben, diese befanden sich in den vergangenen Tagen unter der Kontrolle der Aufständischen. Im Vorort Saqba, im Nordwesten von Damaskus, soll es immer noch Kämpfe geben. Die syrische Armee hatte ihre Kräfte zusammengezogen, schwere Waffen (wie Panzer) wurden eingesetzt. Aktivisten berichten von sechs Toten, im ganzen Land wurden erneut 13 weitere Menschen getötet, die Lage in Syrien spitzt sich weiter zu.

Syrien- offener Bürgerkrieg

Seit Ausbruch der Unruhen im März vergangenen Jahres sind bislang an die 6000 Menschen getötet worden. Einen Tag nach Bekanntgabe der Arabischen Liga, wonach man die Beobachtermission abbrechen werde, sind erneut über 60 Menschen in Kampfhandlungen ums Leben gekommen. Immer Soldaten desertieren aus der regulären Armee und schließen sich den Aufständischen an. Auch bislang relativ ruhige Gebiete, wie die Großstadt Aleppo im Norden, entwickeln sich immer mehr zu Konfliktgebieten. Da ausländische Beobachter nicht zugelassen sind und zugleich die Pressefreiheit nicht existiert, können keine verlässlichen Zahlen genannt werden.

Am Sonntag hätte die syrische Armee den Vorort Ghouta im Sturm erobert, doch Rebellen der so genannten Freie Syrische Armee sprechen von einem taktischen Rückzug. An dieser Aktion hätten 5000 reguläre Soldaten und über 50 Panzer teilgenommen. Die Free Syrian Army hat momentan ihren Sitz in der Türkei. Einer der ersten Offiziere, die sich offen gegen die Regierung von Bashar al-Assad ausgesprochen haben, Oberstleutnant Hussein Harmoush, sei getötet worden, diese Meldung wollte die Freie Syrische Armee in der Türkei nicht bestätigen.

Syrien- internationale Anstrengungen

Nach dem Ende der so genannten Beobachtermission, und nach dem Veto von Russland im UN-Sicherheitsrat gegen eine Resolution, will der französische Außenminister Alan Juppe am Dienstag erneut vor dem Sicherheitsrat auftreten und für eine Resolution gegen die Regierung von Damaskus werben. Russland hingegen möchte Vertreter beider Lager in Moskau zusammenkommen lassen um Gespräche zu führen, doch der so genannte Syrische Nationale Sicherheitsrat hat nach eigenen Angaben keine derartige Einladung erhalten, noch werde man einer folgen sollte diese wirklich folgen. Der Konflikt in Syrien wird blutig weitergehen, doch sicher ist, die Tage von Bashar al-Assad sind gezählt. Doch das Pulverfass Syrien könnte dann erst recht los gehen.



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