Politik

Syrien: Armee greift erneut Hama an

Die Unruhen in Syrien erreichen erneut einen Höhepunkt, nach dem gestrigen Angriff der Armee auf die Stadt Hama führt sie ihre Anfgriffe auch am heutigen Tag durch. Nach Augenzeugenberichten errichten die Bewohner der Stadt Barrikaden, um Panzerverbände der syrischen Armee von einem Einmarsch abzuhalten. Dieses harte Vorgehen gegen die Aufständischen lässt auch international harte Worte fallen, so will der UN-Sicherheitsrat sich explizit mit den Vorgängen in Hama befassen.

Nach Augenzeugenberichten sollen seit dem gestrigen Sonntag 130 Menschen umgekommen sein, seit Beginn der Unruhen im Februar sind nach Schätzungen bislang über 2000 Menschen im Zuge des Konfliktes gestorben. Da in Syrien faktisch keine Pressefreiheit besteht und ausländische Korrespondenten ausgewiesen wurden, sind die Informationen aus Syrien spärlich.

Am gestrigen Sonntag drangen Panzerverbände und andere Truppenteile in die Stadt um sie wieder unter die Kontrolle der syrischen Zentralregierung zu bringen. Die Menschen in Hama protestierten offen auf der Straße gegen das Regime von Bashar al-Assad. Im Nordosten der Stadt, am Ortseingang, waren Panzerschüsse zu hören. Daneben wurde auch Artillerie verwendet. Die Menschen in Hama haben Barrikaden errichtet, an vielen Stellen wurden Reifen angezündet. Selbst in umliegenden Dörfern würden die Bewohner Barrikaden auf der Hauptzufahrtsstraße errichten.Das gewalttätige Vorgehen von Assad gegen die Stadt Hama erinnert an die Vorkommnisse aus dem Jahr 1982, als ebenfalls Panzerverbände in die Stadt eindrangen, nach Schätzungen kamen dabei damals bis zu 30.000 Menschen ums Leben.

Auch aus anderen Städten wurden heftige Kämpfe gemeldet, so beispielsweise aus Dair az-Zaur oder aus Abu Kamal im Osten des Landes. Präsident Assad fand lobende Worte für den Einsatz der Armee. Er argumentiert, dass bewaffnete Banden aus Hama, die vom Ausland unterstützt werden,  gegen Sicherheitskräfte vorgehen würden, dementsprechend sei der Einsatz legitimiert. Weiterhin stellt die Regierung Reformen in Aussicht. Ob die Menschen in Hama und in anderen syrischen Städten dem Versprechen von Bashar al-Assad Glauben schenken, darf bezweifelt werden.



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