Politik

Syrien: Die Gewaltspirale gewinnt an Fahrt- 200 Tote bei Auseinandersetzung

Der Konflikt in Syrien hält unvermindert an, nun klagen oppositionelle Gruppen darüber, dass innerhalb weniger tage über 200 Menschen ums Leben gekommen sind. Wie die Gewaltspirale an Fahrt gewinnt, kann man auch dem Schießbefehl für desertierende Soldaten der syrischen Armee entnehmen, auch diese Nachricht hat die Menschen in Syrien noch einmal aufgewühlt. trotz gewalttätiger Repression wollen die Unruhen nicht enden. Der Syrische Nationalrat, eine Gruppe Oppositioneller gegründet nach dem Vorbild in Libyen, hat die UN und die Arabische Liga zu drastischen Schritten aufgerufen, um der Gewalt in Syrien ein Ende zu setzen.

Die Unruhen in der Provinz Idlib, in der Nähe zur türkischen Grenze, veranlassen die syrische Armee zu massiven Einsätzen, scheinbar wollen die regierungstreuen Truppen die Kontrolle über die Provinz wiedererlangen. Die Nähe zur türkischen Grenze scheint die Machthaber in Damaskus nervös zu machen, nachdem der türkische Premierminister Erdogan nach anfänglich zögerlicher Haltung  sich deutlich gegen das Regime in Damaskus gestellt hat, scheint eine Unterstützung der Opposition über die Grenze hinweg nicht ausgeschlossen, zumal der Nationale Sicherheitsrat der Opposition sich in Istanbul konstituierte.

Laut Augenzeugenberichten hätte die syrische Armee am Dienstag regelrecht ein Massaker veranstaltet, in der Stadt Jabal al-Zawaiya in der Provinz Idlib hätten Soldaten am Dienstag über 100 Menschen erschossen. Auch die Stromzufuhr wurde für Stunden in vielen Ortschaften gekappt. In der Nähe der Ortschaft hätte die Armee am Montag 60 bis 70 Deserteure erschossen, vielfach weigern sich Soldaten auf Zivilisten zu schießen. Auch der Aufruf der Arabischen Liga, Soldaten sollen Befehlen nicht folgen, wenn Gewalt an Zivilisten ausgeübt wird, dürfte die Anzahl der Deserteure nochmals gesteigert haben. Unbestätigten Meldungen zufolge sollen über 10.000 Soldaten inzwischen

Die Arabische Liga will ihre Anstrengungen zur Beendigung des Konfliktes in Syrien nicht abbrechen, am Donnerstag soll ein Beobachterteam nach Syrien einreisen und direkt von vor Ort zu berichten. Zuvor mussten Vertreter der Arabischen Liga eine Drohkulisse aufbauen, um die Einreise des Teams zu ermöglichen, ansonsten würde man die Sachfrage vor dem Sicherheitsrat der UN bringen.

Auch aus Homs werden gewalttätige Ausschreitungen zwischen Demonstranten und syrischen Sicherheitskräften gemeldet. Laut UN übertrifft die Zahl der Toten seit Ausbruch der Unruhen im März über 5000. Anfangs demonstrierten die Menschen für Reformen, im Zuge der Eskalation hat sich auch der Standpunkt der Oppositionellen verhärtet, nun fordern sie die Machtabgabe von Bashar al-Assad. Auch wenn viele Quellen versuchen zu vermeiden, den Begriff Bürgerkrieg zu verwenden, inzwischen kann der Konflikt in Syrien als Bürgerkrieg bezeichnet werden. Es steht zu befürchten, dass die Gewaltspirale weiterhin an Fahrt gewinnen wird, zum Leidwesen der Bevölkerung in Syrien.



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