Politik

Syrien: Massaker in Homs- Hunderte von Toten

Die Unruhen in Syrien nehmen immer mehr die Züge eines offenen Bürgerkrieges an, in der Stadt Homs habe demnach ein Massaker stattgefunden, hunderte von Menschen seien dabei ums Leben gekommen. Oppositionelle aus Syrien berichten, dass Panzerverbände in die Stadt Homs eingerückt seien und das Feuer mit schweren Granaten eröffnet hätten. Mehr als 200 Menschen seien dabei ums Leben gekommen, andere Quellen berichten gar von über 300 Toten. Die syrische Regierung spricht hingegen von einem Angriff von Terroristen, diese hätten das Feuer als Erste eröffnet.

Dauerhafte Bombardements auf Homs

Nach Augenzeugenberichten sei das Bombardement auf Homs heftig und langanhaltend gewesen. Insbesondere die Stellungen der so genannten Freien Syrischen Armee, zumeist desertierte Soldaten die sich auf die Seite des Aufstandes gestellt haben, wurden massiv bombardiert. Die reguläre Armee würde mit aller Gewalt versuchen, die Stellungen der Aufständischen einzunehmen. Nach Augenzeugenberichten wurden über 260 Leichen geborgen, hunderte weitere Menschen wurden verletzt.

UN-Resolution scheitert an Russland

Eine eindeutige Resolution der UN wird am Veto Russlands scheitern, der russische Außenminister Sergei Lavrov begründete dies, dass die vorliegende Resolution sich gegen die Regierung von Bashar al-Assad richte, aber sich nicht auf die Aufständischen beziehe, dies sei einseitig und begünstige eher einen Bürgerkrieg, als den Konflikt zu lösen. Am Dienstag werde Lavrov eine Unterredung mit Assad in Damaskus führen. Demgegenüber warnte der französische Außenminister Alain Juppe vor einem Veto, der Konflikt werde so nicht gelöst.

Sturm auf syrische Botschaften

Auf der ganzen Welt stürmten aufgebrachte Demonstranten die Botschaften Syriens, so z.B. in Athen mit 50 Demonstranten, in Berlin mit ca. 20 aufgebrachten Protestierer oder in London, wo 150 Demonstranten die Einrichtung der Botschaft demolierten. Auch in der syrischen Botschaft in Kairo kam es zu tumultartigen Szenen.

Die UN hatte ihre Einschätzung der Opferzahlen im Januar beendet, die Lage werde immer unübersichtlicher. Damals zählte die UN schon über 5400 Tote, die Zahl dürfte noch weiter angestiegen sein. Die syrische Regierung gibt an, dass über 2000 Sicherheitskräfte getötet worden seien. Die Unruhen halten nun seit einem Jahr an, die Stadt Homs hat sich dabei zu einem Zentrum des Aufstandes gegen die Regierung von Assad entwickelt. Der Bürgerkrieg in Syrien, der als solcher so nicht benannt werden soll, ist spätestens seit dem Massaker in Homs vollends nicht zu übersehen.

 



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.