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Telekom will Inklusive-Datenvolumen bei Flatrates begrenzen

Die Deutsche Telekom will bei ihren DSL-Anschlüssen sparen. Aus diesem Grunde werden DSL-Flatrates hinsichtlich der Anzahl des in der Flatrate enthaltenen Datenvolumens begrenzt. Wie der Marketing-Geschäftsführer der Telekom, Michael Hagspihl, mitteilt, lassen sich „immer höhere Bandbreiten nicht mit immer niedrigeren Preisen finanzieren.“ Bereits im März berichtete Asentanews über das Ansinnen der Telekom. Nun ist der angedachte Schritt offiziell geworden.

Die Telekom will nun ab 75 Gigabyte genutztes Datenvolumen die Geschwindigkeit der Datenleitungen begrenzen. Alternativ lässt sich weiteres Volumen hinzubuchen. Datentarife wie das von der Telekom bereitgestellte Fernseh-Paket “Entertain“ soll ein Datenvolumen von 400-Inklusiv-Gigabytes enthalten. Der Preis hierfür soll 64,95 Euro monatlich betragen. Die Basisvariante mit 75 Gigabyte ist bei dem heutigen Surf- Verhalten schnell erreicht.

Normalnutzer kommen schnell auf 75 Gigabyte im Monat

Lediglich wer E-Mail liest und sich nur Seiten im Internet anguckt, dürfte mit den 75 Gigaybte auskommen. Wer jedoch viel Internetradio hört, Fotos ansieht oder im Internet Online-Gaming betreibt und darüber hinaus mehrere Videos in Spielfilmlänge betrachtet, erreicht schnell das von der Telekom bereitgestellte Datenvolumen von 75 Gigabyte.

Die Telekom beschwichtigt hingegen und teilt mit, dass lediglich Kunden mit einem sehr hohen Aufkommen an Daten von der neuen Preispolitik betroffen sein werden. Wer beispielsweise eine Windows 7-DVD benutzt und ein neues Betriebssystem installiert und mehrere Anwendungen wie Office oder den Acrobat-Reader installiert, erreicht bereits ein benutztes Datenvolumen von mehreren Gigabyte.

Dies geschieht allein schon deshalb, weil zahlreiche Updates eingespielt werden. Online-Spieler verursachen ebenfalls ein nicht unerhebliches Datenvolumen. Auch andere Anwendungen verursachen ein beträchtliches Datenaufkommen. Wer beispielsweise Spotify im Umfang von einer Stunde am Tag benutzt, erreicht bereits ein Datenvolumen von 15 Gigabyte monatlich. Insofern ist das von der Telekom vorgegebene Datenvolumen von 75 Gigabyte sehr schnell erreicht. Es sind somit nicht die Kunden mit einem extrem hohen Datenaufkommen, welche die hohen Daten zu verantworten haben, sondern es ist vielmehr der technische Fortschritt.

Telekom will Leitungen auf DSL-Light-Geschwindigkeit abbremsen

Die Telekom versucht hingegen den Kunden den schwarzen Peter zuzuschieben. Wer das von der Telekom begrenzte Datenvolumen erreicht, wird auf eine DSL-Light-Geschwindigkeit von 384 kb/s abgebremst. YouTube lässt sich bei dieser Geschwindigkeit nicht mehr benutzen. Im Internet bricht bereits ein Shitstorm über die ab dem 2. Mai für neue Kunden geltenden Tarife der Deutschen Telekom herein.

Shitstorm im Internet losgetreten

Zahlreiche Kunden machen derweil ihrem Unmut über die neue Tarifpolitik der Telekom Luft. Das Unternehmen selbst indes scheint von den Protesten der Kunden unbeeindruckt. Experten erwarten hingegen, dass die Konkurrenten der Telekom ebenfalls eine Volumenbegrenzung bei den DSL-Leitungen vornehmen werden. Die Telekom will die neue Regelung zwar ab dem 2. Mai für neue Verträge vertraglich festlegen, technisch soll die Begrenzung des Datenvolumens jedoch erst ab dem Jahr 2016 umgesetzt werden. Im Klartext bedeutet dies jedoch, dass 75 Gigabyte dann hinsichtlich des technischen Fortschritts in etwa so viel entsprechen wie heute 20 Gigabyte.



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