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Tepco braucht weitere 16,5 Milliarden Euro

Der japanische Energieversorger Tokyo Electric Power Company (Tepco) benötigt weitere 1,85 Billionen Yen (ca. 22 Milliarden Dollar, oder 16,5 Milliarden Euro) an Staatshilfen, um die Entschädigungszahlungen an die Opfer des Super-Gau von Fukushima stemmen zu können. Das gab das Unternehmen in einer Presseerklärung bekannt.

Für die erhöhten Kompensationszahlungen benötigt Tepco direkt 846 Milliarden Yen (7,7 Milliarden Euro). Die restliche Billion Yen benötige das Unternehmen um weiterhin zahlungsfähig zu bleiben. Nach dem Super-Gau von Fukushima am 11. März 2011 kamen Überlegungen auf, Tepco zu verstaatlichen, da die Folgekosten schon damals recht hoch erschienen. Dabei sind die Folgekosten für die radioaktive Kontamination noch gar nicht mit einberechnet, geschweige denn bezifferbar.

Höhere Kompensationszahungen

Eine Untersuchungskommission des japanischen Parlaments hatte im vergangenen Jahr versucht, die Kosten für Tepco zu beziffern. Demnach hätte Tepco Entschädigungszahlungen von 38,4 Milliarden Dollar (28,8 Milliarden Euro) leisten müssen. Doch höhere Zahlen wären denkbar, zumal wenn japanische Gerichte (mehrere Klagen sind in Vorbereitung) zu Ungunsten von Tepco entscheiden sollten. Dann wären bis zu 75 Milliarden Dollar an Entschädigungssummen denkbar.

Tepco selber benennt die Gesamtsumme der Entschädigungszahlungen mit 2,55 Billionen Yen (ca. 23,34 Milliarden Euro). Schon im Februar erhielt Tepco japanische Staatshilfen von 689 Milliarden Yen (oder ca. acht Milliarden Dollar).

Lage in Fukushima

Auch wenn die japanische Regierung das havarierte AKW Fukushima inzwischen als stabilisiert bezeichnet, noch immer müssen die vier Kernreaktoren mitsamt der Kühlbecken von außen gekühlt werden. Obschon Tepco und die japanische Regierung versuchen, keine Informationen nach außen dringen zu lassen, es mehren sich kritische Stimmen aus Japan. Denn noch immer liegen die Brennstäbe, die wohl eine Kernschmelze in allen Blöcken hingelegt haben dürften, zum Teil immer noch brach und in direktem Kontakt mit der Umwelt. Die Aufräumarbeiten werden noch Jahre in Anspruch nehmen.

Die Sperrzone um Fukushima von 20 Kilometern wird auf Jahrzehnte unbewohnbar bleiben. Belastend kommt noch hinzu, dass die Lage anscheinend in Fukushima durch ein Erdbeben außer Kontrolle geraten könnte, zumal japanische Wissenschaftler ein großes Erdbeben im Tokioter Raum innerhalb von vier Jahren prognostiziert haben.

Dabei hätte die Lage noch brenzliger ausgehen können (!), wie vor kurzem bekannt wurde, hatte die Regierung in Japan die Evakuierung der Großstadt Tokio (mit geschätzten 35 Millionen Menschen) erwogen, falls vor einem Jahr sämtliche Brennstäbe unkontrolliert reagiert hätten. Wie hilflos sich die versuche der Eindämmung der Radioaktivität ausnehmen, zeigt sich am versuch, den Meeresboden vor dem AKW einfach zu zu betonieren.

Wie wohl Tepco und die japanische Regierung bemüht sind, die finanziellen Entschädigungen in Angriff zu nehmen, die wirklichen Folgekosten von Fukushima sind nicht abzusehen, ob bis dato in zig Jahren Tepco noch existieren wird, eine andere Frage.

 



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