Gesundheit

Termingarantie beim Facharzt stößt auf Kritik

Der Unterschied zwischen Kassen- und Privatpatienten ist bereits seit vielen Jahren klar zu erkennen. Und viele Patienten mussten dies auch schon am eigenen Leib erfahren, so z.B. bei der Terminvergabe beim Facharzt.

Doch durch die Studie, die in diesem Jahr veröffentlicht wurde, bekamen die Deutschen noch einmal den Spiegel direkt vor die Augen gehalten.  Nach dieser müssen Kassenpatienten viel länger auf einen Termin bei einem Facharzt warten, als Privatpatienten.

Diese Studie belegt einmal mehr, das Versicherte in der privaten Krankenversicherungen ( PKV ) denen in der gesetzlichen Krankenkasse ( GKV )gegenüber bevorzugt behandelt werden.

Ärzte gegen die Termingarantie

Vermutet wurde dieser Umstand bereits seit längerem. Denn auch die Behandlung scheint bei einem Privatpatienten viel umfangreicher zu verlaufen, als bei einem Kassenpatienten. Ein sehr gutes Beispiel dafür sind die Wartezeiten.

Entsprechend dieser Missstände wollte die Regierung handeln und eine entsprechende Termingarantie einführen. Doch dieses Vorhaben stößt bei der Ärzteschaft nicht wirklich auf Zuspruch. Vielmehr unterbreiten die Mediziner einen ganz anderen Vorschlag, der auch für die Patienten effektiver erscheint.

Ulrich Montgomery schlägt „dringliche Überweisung“ vor

Durch den Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery wurde der Vorschlag verkündet, der besagt, dass die Hausärzte zukünftig ihre Patienten mit einer dinglichen Überweisung an den Facharzt vermitteln sollen. Auf diese Weise muss niemand auf einen Termin lange warten. Und zudem soll so auch der Plan der Bundesregierung verhindert werden.

Koalitionsvertrag sieht Termingarantie vor

Wenn es nach der großen Koalition gehen soll, wird zukünftig in Deutschland eine Termingarantie für den Facharzt eingeführt. Bekommt der Patient dann nicht innerhalb von vier Wochen einen entsprechenden Termin, hat der Betroffene die Option in ein Krankenhaus zu gehen.

Damit die Terminvergabe innerhalb der Frist erfolgen kann, sollen sich die für die niedergelassenen Ärzte zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen um diese Aufgabe kümmern.

Würde der Patient dann ein Krankenhaus aufsuchen, wird dies aus dem Krankenkassen-Budget für die niedergelassenen Ärzte bezahlt werden. So zumindest die Theorie der Bundesregierung.

Termingarantie könnte Krankenhäuser überlasten

Was in den Augen der Regierung als perfekte Lösung ausschaut, ist für die Ärzte einfach nur unsinnig. So äußerte sich der Ärztepräsident auch in Anbetracht seiner Befürchtungen, dass mit dieser Variante auch viele Patienten wegen nicht dringlichen Leiden die Krankenhäuser aufsuchen würden.

Entsprechend könnten hier sehr schnell die Kapazitäten gesprengt werden. Dies wiederum würde zu Lasten der wirklich kranken Patienten gehen. Zumal Ärzte und Personal in den Krankenhäusern bereits jetzt, ohne die neue Idee der Bundesregierung, an ihre Grenzen und Kräfte kommen.

Ärzte sollten Terminmanagement regeln

Laut Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery kann man den Mediziner nicht einfach das Terminmanagement aus der Hand nehmen. Für ihn ist die dringliche Überweisung das perfekte Instrument, um Ärzten und auch Patienten gerecht zu werden.

Denn auch ein Termin beim Facharzt sollte nur aus medizinischen Gründen vergeben werden. Wer dennoch ohne eine solche Überweisung seines Hausarztes einen Facharzt aufsucht, muss eben längere Wartezeiten für einen Termin in Kauf nehmen.

Offen bleibt dabei jedoch die Frage, warum dieser logische Sachverhalt nicht für Patienten aus der privaten Krankenversicherung gelten soll. Eine gleichberechtigte Behandlung von Privatpatienten und Kassenpatienten sieht anders aus.



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