Versicherung & Vorsorge

Trotz Diskussion um PKV: Zahl der Mitglieder steigt deutlich an

Obwohl die private Krankenversicherung derzeit wieder Negativschlagzeilen durch Kostensteigerungen macht, ist die Zahl der Privatversicherten in Deutschland um insgesamt 80.900 auf nunmehr 8,98 Millionen gestiegen. Interessant ist, dass 74.400 Personen mehr aus der gesetzlichen Krankenversicherung in die private Krankenversicherung gewechselt sind als es umgekehrt der Fall war.

Diese Zahlen teilte der PKV-Verband am Mittwoch unter Berufung auf Zahlen aus dem Jahr 2011 mit. Insbesondere stieg auch die Anzahl der Zusatzversicherungen deutlich an. Mehr als eine halbe Millionen Personen schlossen demnach eine private Zusatzversicherung für den Krankheitsfall ab.

Damit sind derzeit aktuell 22,5 Millionen gesetzlich Versicherte mit einer privaten Zusatzversicherung ausgestattet. Zudem teilte der PKV-Verband mit, dass die Altersrückstellungen im Jahr 2011 um insgesamt 7,2 % auf nunmehr 169 Milliarden EUR angestiegen.

PKV: beträchtliche Beitragssteigerungen angekündigt

Die private Krankenversicherung gerät in den letzten Tagen erneut in die Kritik, weil viele Versicherer der PKV für das nächste Jahr bereits beträchtlich Beitragssteigerungen angekündigt haben. Mit zum Teil bis zu 41-prozentigen Beitragssteigerungen sorgt die PKV für Negativschlagzeilen. Insofern ist es umso bemerkenswerter, dass netto mehr Leute in die private Krankenversicherung gewechselt haben als von der privaten Krankenversicherung in die gesetzliche Krankenversicherung.

Gesetzliche Krankenversicherung will ab 2013 psychiatrische Klinikbehandlungen in Fallpauschalen umwandeln

In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, zu beachten, dass die private Krankenversicherung bei besonders guten Tarifen nachweislich eine bessere Versorgung anbietet, als die gesetzliche Krankenversicherung. Dies kommt insbesondere in den letzten Tagen erneut zum Tragen, weil die gesetzliche Krankenversicherung nunmehr dazu übergeht, die psychiatrische Behandlung in Kliniken ebenfalls wie in der somatischen Medizin in eine Fallpauschale umzuwandeln.

Dadurch kann es sein, dass zukünftig psychisch kranke Menschen nur noch für einen begrenzten Zeitraum in der Klinik behandelt werden, obwohl aus medizinischer Sicht eine längere Behandlungsdauer notwendig ist. Privat Krankenversicherte indes schließen einen privatrechtlichen Vertrag mit dem Versicherer ab, der genau die Leistungen beinhaltet, die der Versicherte mit dem Versicherer zuvor abgeschlossen hat. Insofern kann eine individuelle optimale Vorsorge mittels der privaten Krankenversicherung nachweislich erfolgen.

Politik kann Leistungen aus dem GKV-Leistungskatalog streichen

Die gesetzliche Krankenversicherung indes arbeitet mit dem so genannten Leistungskatalog. Dieser beinhaltet die von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommenen Leistungen im Krankheitsfall. Der Nachteil dieses Leistungskataloges besteht letztlich darin, dass die Politik in der Lage ist, jederzeit Leistungen aus diesem Katalog zu streichen.

PKV-Versicherte erhalten vertraglich festgelegte Leistungen immer

Im Gegensatz dazu sind dem Versicherten der privaten Krankenversicherung die einmal fest vereinbarten Leistungen im Krankheitsfall garantiert. Dies ist wohl auch der Hauptgrund, warum netto mehr Personen in die private Krankenversicherung gewechselt sind als von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung. Die dargelegten Sachverhalte belegen, dass eine pauschale Verurteilung der privaten Krankenversicherung ebenso nicht gerechtfertigt ist, wie eine Glorifizierung derselben. Letzteres. untermauern nicht zuletzt die hohen Beitragssteigerungen in der PKV. Im medizinischen Notfall allerdings kann sich gegebenenfalls der Vorteil der PKV im Sinne einer besseren Behandlung durchaus bemerkbar machen.



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