Politik

Türkei: Erdbeben in Ercis/Provinz Van – über 500 Tote

Nach dem verheerenden Erdbeben vom Sonntag im Osten der Türkei, in der Provinz Van, wurden bislang nach Angaben der Behörden über 526 Menschen Tod aufgefunden, 1650 Personen wurden zum teil schwer verletzt und 185 Menschen wurden lebendig aus den Trümmern geborgen. So auch ein Student, der 91 Stunden in den Trümmern lag bis er befreit wurde. Das Erdbeben wies auf der Richterskala eine Stärke von 7,2 auf. Die Rettungsarbeiten laufen auf Hochtouren, die türkische Regierung bat dennoch auch um internationale Hilfe.

Regenfälle und Schneeniederschlag erschweren die Rettungsarbeiten, zudem sind zigtausende Menschen ohne Obdach. In der Stadt Ercis, die am heftigsten vom Beben erfasst wurde, werden Zelte als Notunterkunft errichtet. Nachbeben verunsichern die Menschen zusätzlich vor Ort, so auch eins am heutigen Morgen mit der Stärke 5,2. Türkische und US-Geologen haben das Epizentrum im Süden der Provinz Van lokalisiert. Nach vorsichtigen Schätzungen sind über eine Million Menschen vom Erdbeben direkt oder indirekt betroffen.

Die zunehmende Kälte drängt die Rettungskräfte zur Eile, der Winter im Osten der Türkei ist sehr hart und kalt. Die Rettungsaktionen liefen zuerst schleppend an, einige Anwohner machten die Regierung von Erdogan hierfür verantwortlich. Auf der anderen Seite tauchte alsbald das Gerücht auf, private Kaufleute würden Zelte, die als Notunterkunft für die Obdachlosen eigentlich rausgegeben werden sollten, horten und diese gegen Bares verkaufen.Nach Angabe der türkischen Regierung wurden über 20.000 Zelte rausgegeben, mehr als man benötigen würde. Trotzdem beschweren sich nicht wenige Menschen vor Ort, sie hätten keine Zelte erhalten.

Trotz der unterkühlten Beziehungen zu Israel werden von dort aus am heutigen Tag vorfabrizierte Unterkünfte in die Provinz Van verschickt. Auch andere Staaten haben Hilfsbereitschaft signalisiert. Dennoch sind die Menschen vor Ort verzweifelt, derart als das örtlich Plünderungen stattfinden. Auch der Grad der Zerstörung in der Provinzhauptstadt Van ist bislang nicht genau einzusehen, während die Provinzregierung behauptet, lediglich sechs Gebäude seien schwer beschädigt, berichten andere von weit mehr zerstörten Gebäuden. Der türkische Ableger des Roten Halbmondes hatte die Wochen zuvor schon viele Notunterkünfte für Flüchtlinge aus dem krisenbehafteten Syrien schon rausgegeben, nun muss die Hilfsorganisation gleich zwei Notsituationen schultern. Doch für die Türkei gilt, nach dem Erdbeben ist vor dem Erdbeben, seit Jahren warten Geologen auf ein gewaltiges Erdbeben in der Millionenmetropole Istanbul.



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