Politik

Tuvalu erklärt Ausnahmezustand- nur noch Trinkwasser bis Dienstag

Der pazifische Inselstaat Tuvalu erklärt den Ausnahmezustand, auf der Hauptinsel Funafuti und einigen anderen vorgelagerten Inseln ist nur noch Trinkwasser bis zum morgigen Dienstag verfügbar. Seit über sechs Monaten ist der übliche Niederschlag von bis zu 400 mm ausgefallen, Metereologen befürchten ein Ausbleiben des Regens bis mindestens im Dezember. Die Lage ist grotesk, da der Inselstaat eher droht im wahrsten Sinne des Wortes abzusaufen, der Anstieg der Weltmeere bedroht die Existenz des nur wenige Meter aus dem Wasser ragenden Inselstaates. Die Regierung in Funafuti muss sich jetzt schon Gedanken über den Verbleib der 11.000 Einwohner Gedanken machen. Zwar wuchsen die Insel in den vergangenen 60 Jahren aufgrund von Anschwemmungen, ob aber ein schneller Anstieg der Meeresspiegel dies wett machen und den Inselstaat komplett überspülen würde, ist bislang ungewiss, steht aber zu befürchten.

Zur ersten Hilfe hat die Regierung aus Neuseeland ein Flugzeug mit Trinkwasser entsandt, zusätzlich wurden zwei mobile Entsalzungsanlagen mitgeschickt. Der Außenminister Neuseelands, Murray McCully, hat weitere Hilfsmaßnahmen angekündigt, wenn auch nicht ganz ohne Hintergedanken. Seit Jahren versucht die Regierung in Tuvalu, der viertkleinste Staat der Welt, entsprechende Landmassen von Australien oder Neuseeland zwecks Umsiedlung zu kaufen, oder wenigsten Asyl für ihre Bewohner zu erhalten, bislang weigern sich Australien und Neuseeland hartnäckig diesem Anliegen nach zu kommen.

Augenzeugen berichten schon vor verendeten Tieren, die in der ausweglosen Situation Meerwasser getrunken hätten. Die Regierung warnt die Bevölkerung vor dem Konsum von Meerwasser. Die aktuelle Dürre wird nach Ansicht von Metereologen derweil durch das Wetterphänomen La Nina (Gegenteil von El Nino, starke Regenfälle in Südost-Asien und Ostaustralien, Dürre in Westaustralien) ausgelöst. Tuvalu und andere Korallen-Insel sind von den Wetterphänomenen am stärksten betroffen. Obschon der Inselstaat sich inzwischen für CO2-neutral erklärt hat, bekommt es die Klimaschwankungen am stärksten zu spüren, gleichzeitig weigern sich aber die Industriestaaten ihre Verantwortung zu übernehmen.



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