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Uli Hoeneß: Drei Jahre und sechs Monate – Revision angekündigt

Im Prozess gegen Uli Hoeneß ist das Urteil gesprochen. Wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 27,2 Millionen Euro wurde Uli Hoeneß durch das Landgericht München II zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Uli Hoeneß ließ derweil durch seinen Anwalt mitteilen, dass er in Revision gehen wolle.

Steuerhinterziehung in sieben Fällen angeklagt

Die Urteilsverkündung ist damit noch nicht rechtskräftig. Uli Hoeneß bleibt daher zunächst auf freiem Fuß. Verurteilt wurde der Präsident des FC Bayern München wegen Steuerhinterziehung in insgesamt sieben Fällen. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer auf eine Haftstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten plädiert. Die Verteidigung hatte auf eine Einstellung des Verfahrens oder alternativ eine Bewährungsstrafe plädiert. Das Landgericht München II indes ließ keinen Zweifel daran, dass es die Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung für nicht wirksam hält. Deshalb sei nach Angaben des Gerichts zu keiner Zeit des Prozesses eine Einstellung des Verfahrens oder eine Bewährungsstrafe möglich gewesen.

Staatsanwaltschaft prüft ebenfalls Revision

Auch die Staatsanwaltschaft will prüfen, ob sie vor dem Bundesgerichtshof in Revision geht. Die Staatsanwaltschaft hält das Urteil aber in der Sache nach für gerechtfertigt. Fraglich dürfte insofern lediglich bleiben, ob hinsichtlich der geringeren Haftstrafe einer Vision für die Staatswirtschaft infrage kommt oder ob sie das Urteil des Landgerichts München II hinsichtlich der Höhe der verhängten Strafe akzeptiert. In der Anklageschrift ging die Staatsanwaltschaft noch von einer Summe von 3,5 Millionen Euro an hinterzogenen Steuern aus. Im Lauf des Prozesses summierte sich dieser Betrag jedoch auf rund 27,2 Millionen Euro. Bei einer Summe von 3,5 Millionen Euro hätte das Gericht möglicherweise noch auf eine Bewährungsstrafe entschieden. Bei der Summe von 27,2 Millionen Euro an hinterzogenen Steuern indes bleibt auch dem wohlgesonnensten Richter keine andere Wahl als eine Haftstrafe zu verhängen.

Tritt Hoeneß von seinen Ämtern beim FC Bayern München zurück?

Uli Hoeneß indes hatte offenbar bis zuletzt daran geglaubt, dass die Selbstanzeige für wirksam erklärt wird und er deshalb mit einer Einstellung des Verfahrens rechnen kann. Was die Zukunft beim FC Bayern München als Aufsichtsratschef und Präsident betrifft, so bleibt dies wohl nur eine Frage der Zeit, bis Uli Hoeneß zurücktreten wird. Bereits kurz nach dem Urteil trafen sich die Verantwortlichen des Fußballvereins mit dem Aufsichtsrat, um über mögliche Konsequenzen zu beraten. Ob Hoeneß bis zum Urteil des Bundesgerichtshofs noch Präsident des FC Bayern München bleiben wird oder ob der Druck auf ihn so groß ist, dass er freiwillig zurücktritt, bleibt abzuwarten. Sollte der Bundesgerichtshof die Selbstanzeige doch noch für gültig erklären, wäre Hoeneß indes mit einem „blauen Auge“ und der Einstellung des Verfahrens davon gekommen. Der Ruf indes dürfte bereits jetzt mehr als stark lädiert sein. Als Moralapostel wie in der Vergangenheit dürfte Uli Hoeneß deshalb in keiner Talkshow mehr anzutreffen sein.



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