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Uli Hoeneß Prozess: Bis zu 100 Börsendeals täglich

Medienberichten zufolge soll Uli Hoeneß überwiegend mit Währungen spekuliert haben. Erfolgreich war er dabei nicht.

Seinen Börsenpager hatte er stets bei sich. Schließlich tätigte er angeblich täglich bis zu 100 Börsendeals.

In wenigen Wochen erwartet den Aufsichtsratvorsitzenden der FC Bayern München AG Uli Hoeneß der Prozess vor Gericht wegen der mutmaßlichen Steuerhinterziehung.

Steuerprozess beginnt in Kürze

Nur noch wenige Wochen, dann beginnt der Steuerprozess gegen Uli Hoeneß. Immer mehr Details aus der Anklageschrift gelangen an die Öffentlichkeit. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass Hoeneß mehrere Tausend Börsengeschäfte getätigt hat.

Diese soll er über sein Geheimkonto ‚4028BEA‘ bei der Schweizer Bank Vontobel abgewickelt haben. Besonders im Zeitraum 2003 bis 2006 spekulierte der Bayern-Präsident an der Börse. Bis zu 100 Börsendeals soll er an manchen Tagen in Auftrag gegeben haben.

Sein Börsenpager war sein ständiger Begleiter

Uli Hoeneß verließ das Haus nie ohne seinen Börsenpager, der ihm in Echtzeit die weltweiten Kurse anzeigte. Mit diesem Gerät konnte er jedoch keinen Handel betreiben, sodass er seine Geschäfte bei der Vontobel-Bank in Auftrag gab.

Er soll täglich mehrere Stunden nur mit seinen Börsengeschäften beschäftigt gewesen sein. Dabei spezialisierte sich Hoeneß auf die Spekulationen mit Währungen. Besonders interessant waren für ihn, laut Anklageschrift, die Währungen US-Dollar und japanische Yen.

Börsenpager statt Smartphone

Bevor die Smartphones eingeführt wurden, nutzten die meisten Händler einen Börsenpager. Das Empfangsgerät zeigte die Kurse von Aktien, Rohstoffen und Devisen in Form einer Kurznachricht. Der Handel war mit Hilfe des Gerätes nicht möglich. Aus diesem Grund werden Pager trotz ihrer höheren Sicherheit heute kaum noch eingesetzt.

Ärzte setzen immer noch auf die kleinen Geräte, da sie als sicherer und zuverlässiger als Handys gelten. Schließlich könnten Mobilfunknetze zusammenbrechen oder Smartphone-Apps abstürzen. Die meisten Börsenspekulanten nutzen heute dennoch bevorzugt das Smartphone für ihre Börsengeschäfte.

Auch Uli Hoeneß bevorzugte das kleine handliche Gerät und das aus gutem Grund. Börsenpager liefern Informationen in Echtzeit und bieten einen höheren Datenschutz als Smartphones, da sie nicht geortet werden können.

Hat Hoeneß Millionensummen investiert?

Berichten zufolge soll Uli Hoeneß an der Börse mehrere Millionen investiert haben, darunter drei Millionen Euro in Dollar und 1,5 Millionen Euro in Yen. Die hohen Einsätze haben ihm kein Glück gebracht. Gewinne machte er kaum und nun droht ihm der Steuerprozess.

Schützt die Selbstanzeige ihn vor der Haftstrafe?

Für den Steuerprozess spielt die Selbstanzeige eine gewichtige Rolle. Hoeneß zeigte sich vor etwa einem Jahr selbst beim Finanzamt an. Die Selbstanzeige ist laut der Staatsanwaltschaft jedoch unwirksam, da sie zu spät getätigt wurde. Uli Hoeneß hat mittlerweile selber Anwälte und Steuerberater eingeschaltet. Berichten zufolge sollen diese auf gravierende Fehler gestoßen sein.

Es wurden keine Belege für sämtliche Transaktionen vorgelegt. Es sollen nur die jeweiligen Jahresendstände der Konten aufgeführt worden sein. Darüber hinaus wurde die Steuerschuld in Höhe von 3,2 Millionen Euro nicht vorschriftsmäßig bezahlt. Hoeneß soll lediglich eine Kaution hinterlegt haben.

Wird Uli Hoeneß freigesprochen?

Obwohl Hoeneß sich selbst angezeigt hat, wird dies aller Voraussicht nach nicht für eine mildere Strafe ausreichen. Von einem Freispruch gehen seine Anwälte nicht aus.

Uli Hoeneß hofft dennoch darauf, dass er mit einer Bewährungsstrafe von weniger als zwei Jahren und einer Geldbuße davonkommt. Derzeit ist jedoch davon auszugehen, dass dem Bayern-Präsident eine Haftstrafe droht.



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