Politik

UN warnt: Hungerkatastrophe in Somalia könnte 750.000 Menschen töten

Die UN hat die Lage in am Kap Horn erneut bewertet und kommt zum Ergebnis, dass bis zu 750.000 Menschen insbesondere in Somalia an der Hungerkatastrophe ums Leben kommen könnten. Bislang sind nach Zählungen der UN mehrere zehntausende Menschen aufgrund der heftigsten Dürre seit 60 Jahren verhungert. Dieser dringliche Appell soll die Anstrengungen am Kap Horn verstärken, inzwischen weist die UN sechs Regionen aus, die unmittelbar von der Hungerkatastrophe betroffen sind.

Insgesamt benötigten 12 Millionen Menschen Nahrungsmittellieferungen, um nicht zu verhungern. Insbesondere die Lage in der Region Bay, im Süden Somalias, sei von der Dürre am heftigsten betroffen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Region von den so genannten Al Shabab Milizen kontrolliert wird, diese lassen kaum Hilfslieferungen zu. Unter den Kindern seien 58 % in der Region Bay unmittelbar von Hunger betroffen, so die UN. Die FSNAU (Food Security and Nutrition Analysis Unit) schildert, dass vier Millionen Menschen im Süden Somalias betroffen sind, und falls die Anstrengungen nicht erhöht werden, könnten in den nächsten vier Monaten die geschilderten 750.000 Menschen verhungern.

Doch neben Somalia sind auch Staaten wie Djibouti, Äthiopien, Eritrea, Kenia und Uganda von der Dürre betroffen. In dieser Gegend ist die Landwirtschaft auf Regenfälle angewiesen, doch die aktuelle Dürre im Osten Afrikas hat die Ernte vernichtet. In Somalia kommt noch der Bürgerkrieg hinzu, der seit 20 Jahren im Land wütet und nahezu die gesamte Infrastruktur vernichtet hat. Die Al Shabab Milizen verweigern den Zutritt von Hilfsorganisationen, da einerseits die Preise für landwirtschaftliche Güter damit für örtliche Bauern gedrückt werden würden, andererseits haben z.B. die USA die Vergabe der Hilfsgüter an die Bedingung geknüpft, dass diese nicht an terroristische Organisationen übergeben werden sollen, wovon die Milizen unmittelbar betroffen sind.

Selbst wenn im Oktober/November diesen Jahres der Regen kommen sollte, würde es Monate dauern bis die örtlichen Farmer ernten könnten. Dies bedeutet, dass die Hilfslieferungen auf Monate sich erstrecken müssten. Auch die Versorgung mit Trinkwasser gestaltet sich zusehends schwieriger, hier versuchen Organisationen wie die Welthungerhilfe Abhilfe zu schaffen.



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