Politik

Unruhen in Syrien halten weiter an

Die Lage in Syrien ist immer noch höchst brisant, die Unruhen halten weiterhin an. Doch die Lage wird immer brenzliger, immer mehr Angehörige der syrischen Armee werden Opfer von Anschlägen. Auf der anderen Seite formieren sich desertierte Soldaten zur so genannten Nationalen Befreiungsarmee. Unerwarteterweise springt die Arabische Liga der Regierung in Damaskus bei, syrische Sicherheitskräfte würden nicht fortlaufend Zivilisten töten. Gerade in den letzten Tagen entbrannte in der Stadt Homs erneut Proteste, allein am Freitag sollen in syrischen Städten 44 Menschen ums Leben gekommen sein.

In der Nachbargemeinde von Homs, Bab Amr, sind erneut Menschen auf die Straße gegangen um gegen die Regierung der Baath-Partei und Präsident Bashar al-Assad zu protestieren. Nach unbestätigten Meldungen soll die syrische Armee auch schwere Waffen eingesetzt haben. Auch Schusswechsel zwischen Anhängern und Gegnern der amtierenden Regierung hätten stattgefunden. Die Demonstranten fordern unter Anderem eine Flugverbotszone für die syrische Luftwaffe.

Vertreter der Arabischen Liga kritisieren die gewaltsame Vorgehensweise der syrischen Regierung, sie fordern ein Ende des Blutvergießens. Zu diesem Anlass werden sich die Vertreter der Arabischen Liga am Sonntag in Katar treffen und über Syrien Beratungen abhalten. Der syrische Außenminister Walid al-Muallem kritisiert die Haltung der Vertreter, diese beruhe auf falsche Nachrichten, die über die Medien verbreitet werden würden. Nach Angaben der UN und syrischen Menschenrechtsorganisationen sind seit Ausbruch der Unruhen im März über 3000 Zivilisten ums Leben gekommen, laut Angabe der syrischen Regierung sind im Zuge der Unruhen über 1100 Soldaten ums Leben gekommen.

In der Tat gewinnt die Gewalt in Syrien zunehmend eine neue Qualität. Immer mehr bewaffnete Gruppen greifen Angehörige der syrischen Sicherheitskräfte direkt an. Nach Darstellung der Regierung seien die bewaffneten Gruppen samt und sonders kriminelle Banden. Am Freitag verstarben 17 Soldaten der syrischen Armee, als Deserteure sie angriffen. Nun will die Arabische Liga vermitteln, Mitglieder der Regierung und der Opposition sollen zu Gesprächen bewegt werden. Falls dies nicht klappen sollte, droht Syrien der Ausschluss aus der Liga, was den Druck auf Präsident Assad immens erhöhen würde. Ob die Unruhen in Syrien beendet werden können, ist ungewiss.

 



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