Unternehmen

Unternehmen müssen langfristig Fachkräfte im Ausland suchen

Deutsche Unternehmen vernachlässigen zunehmend die Fachkräftesuche im Ausland. Vielfach bleiben deutsche Unternehmen hauptsächlich auf den inländischen Arbeitskräftemarkt fixiert.

Insbesondere im Techniksegment und in der Gesundheits- und Krankenpflege gibt es einen zunehmenden Fachkräftemangel. Anstatt jedoch auf die Suche im Ausland zu gehen, bleiben die meisten deutschen Unternehmen ausschließlich auf den innerdeutschen Arbeitskräftemarkt beschränkt.

Umfrage: Nur wenige Unternehmen suchen Fachkräfte im Ausland

Eine Umfrage unter den 500 größten deutschen Unternehmen, durchgeführt von der Personalberatung Odgers Berndtson, brachte diese Erkenntnisse jetzt zutage. Nahezu 70 Prozent der befragten Unternehmen sehen demnach einen Fachkräftemangel auf sie zukommen, aber nur sehr wenige der befragten Unternehmen kommen bei der Suche nach Fachkräften auf den Gedanken, diese im Ausland zu rekrutieren, so das Ergebnis der Umfrage und damit verbundenen Studie.

So lehnt nahezu jedes fünfte deutsche Unternehmen diesen Weg strikt ab. Insbesondere mangelnde sprachliche Kommunikationsfähigkeit, aber auch kulturelle Unterschiede gelten demnach als Hauptgründe für die ablehnende Haltung der Unternehmen.

Claudia Scheuvens: Fehlende Willkommenskultur

Vielfach fehlt den deutschen Unternehmen eine Willkommenskultur, so Claudia Scheuvens, Leiterin der Befragung. Wie die Untersuchung zudem zeigt, sind viele deutsche Unternehmen schlicht zu bequem im Ausland auf Fachkräftesuche zu gehen.

Als Problem stellt sich neben den sprachlichen Problemen vielfach auch die mangelnde Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse dar. Lediglich innerhalb der EU gibt es Abkommen, welche die gegenseitige Anerkennung von Berufsabschlüssen in allen EU-Ländern gewährleisten.

Berufsabschlüsse außerhalb der EU werden in Deutschland kaum anerkannt

Außerhalb der EU liegende Länder und deren Berufsabschlüsse gelten daher als nahezu chancenlos, was eine Einstellung in einem bestimmten Beruf betrifft. Mehrere Studien belegen indes, dass spätestens ab dem Jahr 2020 der Fachkräftemangel derart gravierend wird, dass dieser nur noch mithilfe ausländischer Arbeitskräfte zu beseitigen ist.

Ab 2020 wird nahezu jeder dritte Arbeitnehmer über 50 Jahre sein, so die Ergebnisse mehrerer Studien. Neben der Rekrutierung ausländischer Fachkräfte wird jedoch zunehmend eine weitere Gruppe von Arbeitnehmern vernachlässigt, nämlich die Arbeitnehmer jenseits der 50.

So gibt es einen gravierenden Ingenieurmangel und gleichzeitig immer noch zu viele arbeitslose Ingenieure. Davon sind nahezu 90 Prozent über 45 Jahre alt.



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