Gesundheit

US-Studie: Keuchhusten trotz Impfung ansteckend

Der Keuchhusten ist eine bakterielle und hoch ansteckende Infektionskrankheit. Bei Säuglingen können Atemstillstände eintreten, die die Krankheit bei den Kleinsten lebensbedrohlich machen.

Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass Keuchhusten bei Menschen trotz einer Impfung ansteckend sein kann.

Diese Ergebnisse werden von Deutschen Experten allerdings teilweise angezweifelt. Das Thema ist trotzdem ein aktuelles Thema des Robert-Koch-Instituts.

Keuchhusten bei Kindern tödlich

Der Keuchhusten hat ein unspezifisches Anfangsstadium und verläuft dann regelhaft über einen Zeitraum von mehreren Wochen. Dabei folgen auf das Anfangsstadium mit rein erkältungsartigem Husten (Stadium catarrhale) im Stadium convulsivum anfallsartige, typisch mehr stakkatoartige Hustenattacken.

Bei Säuglingen können untypische Hustenanfälle der Krankheit durchaus auch zum Tode führen. Im Endstadium (Stadium decrementi) des Keuchhustens nehmen die Hustenattacken schließlich an Zahl und Schwere allmählich ab.

Eine ursächliche Therapie ist dabei nur im früh erkannten Anfangsstadium möglich und wirklich erfolgversprechend. Zur allgemeinen Prophylaxe wird eine wirksame Impfung empfohlen.

Impfung verhindert Ansteckung mit Keuchhusten nicht

Diese Impfung verhindert wohl die Erkrankung der geimpften Personen, nicht aber deren Eigenschaft als Überträger der Krankheit. Die entsprechende Studie führte die US-Arzneimittelbehörde FDA durch und gelangte damit zu überraschenden Ergebnissen.

Die Probanden waren zwar Affen, doch haben die Forscher dabei herausgefunden, dass auch geimpfte Tiere ansteckend sein können, ohne daran selbst erkrankt zu sein. Die Untersuchung wurde wegen der zahlreichen Keuchhusten-Fälle in den USA durchgeführt.

Wissenschaftliche Studie zum Keuchhusten aus den USA

Die USA verzeichneten im vergangenen Jahr rund 42.000 Keuchhusten-Infektionen. Das blieb bisher unerklärlich, da die meisten Menschen in den Staaten gegen die Krankheit geimpft werden. Die Forscher sprechen im Rahmen der durchgeführten Studie von einem „50-Jahres-Hoch“.

Veröffentlicht wurde diese Studie in der einschlägigen Fachzeitschrift „Proceedings“. Tod Merkel, Leiter dieser Forschungsgruppe, leitete aus den Ergebnissen der Studie die Empfehlung ab, verbesserte Impfstoffe gegen die den Keuchhusten erregenden Bakterien zu entwickeln.

Bordetella pertussis: aerobes und bekapseltes gramnegatives Stäbchen-Bakterium

Der Erreger des Keuchhustens, Bordetella pertussis, ist wissenschaftlich betrachtet ein unbewegliches, aerobes und bekapseltes gramnegatives Stäbchenbakterium. Es erstellt viele differenzierte Eiweißstoffe, die zum Teil als Toxine die Krankheitssymptome verursachen. Der Erreger kann sich gut an den Schleimhäuten der Atemwege heften und sich von dort aus vermehren.

Anerkannte Experten des Paul-Ehrlich-Instituts in Hessen messen den Ergebnissen dieser Studie wenig Aussagekraft bei. Ein Grund sehen sie in der geringen Anzahl der beteiligten Versuchstiere. Klaus Cichutek, Präsident des PEI, kann keinen Anlass dafür erkennen, die in Deutschland geltenden und angewandten Impfempfehlungen zu modifizieren oder gar die aktuellen Impfstoffe zu überprüfen.

Forschungsergebnisse an Paviane angezweifelt

Die Forscher griffen bei der Studie auf kleine Gruppen junger Paviane (jeweils drei bis vier Tiere) zurück und behandelten diese wiederholt mit Keuchhusten-Impfstoffen. Danach infizierten sie die geimpften Affen genauso gezielt mit Keuchhusten-Bakterien wie die nicht geimpften Exemplare. Das Ergebnis war: Lediglich die ungeimpften Tiere erkrankten.

Das Robert Koch-Institut gibt bekannt, dass 2012 in den neuen Bundesländern 5438 Menschen an Keuchhusten erkrankten. Die Verlaufstendenz sei stark sinkend. Zahlen für die gesamte Bundesrepublik Deutschland gibt es dazu nicht, da in den alten Bundesländer die Meldepflicht dieser Erkrankung erst seit März 2013 existiert.

Robert-Koch-Institut Empfehlung zur Keuchhusten-Impfung

Die RKI-Expertin Hellenbrand sagt dazu: „Wir können Keuchhusten derzeit nicht ganz eindämmen, wohl aber die Zahl der Fälle kontrollieren, indem wir die Impfquoten besonders bei Jugendlichen und Erwachsenen weiter verbessern“. Insbesondere Menschen, die einen engen Kontakt mit Babys haben sollten sich impfen lassen.

Aber Achtung. Auch nach einer Impfung besteht die Immunität nicht das gesamte restliche Leben. Eine Impfung gegen den Keuchhusten schütze die geimpfte Person höchstens über einen Zeitraum von zehn Jahren. Im Anschluss daran braucht die geimpfte Person regelmäßige Auffrischungen.



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